Eishockey
Adler Mannheim bestehen besondere Herausforderung
Allerdings war eine kleine Aufholjagd nötig, um schließlich nach Penaltyschießen 3:2 (0:2, 2:0, 0:0; 0:0; 1:0) erfolgreich zu sein und immerhin zwei Punkte nach zuletzt zwei Heimniederlagen in Folge einzupacken. „Wir sind froh, dass wir es noch drehen konnten“, bekannte Adler-Stürmer Nico Krämmer – eben „weil wir gar nicht gut angefangen haben“. Krasser beschrieb es Stürmer Jordan Szwarz: „Im ersten Drittel hätten sie uns aus dem Spiel schießen können. Aber wir haben gezeigt, wie widerstandsfähig unser Team sein kann.“
Ein früher Doppelschlag als Hypothek
Drei Unterzahlsituationen und 0:2-Rückstand zur ersten Pause: Klare Sache, könnte man da meinen, einfach zu oft auf der Strafbank gesessen. Stimmt natürlich so oder so, weil dem eigenen Angriffsspiel dann schlichtweg mindestens sechs Minuten fehlen. Aber im Penalty Killing hatten die Adler im Auftaktdrittel sogar noch ihre besten Szenen, sie ließen da nämlich kaum etwas zu. Dumm nur, dass ein Doppelschlag von Nationalspieler Marcel Noebels diese gute Bilanz früh in den Hintergrund treten ließ. Zunächst war er nach einer starken Kombination gut zum Abschluss gekommen (5.), Sekunden später zischte der von ihm abgefeuerte Puck erst Adler-Kapitän Denis Reul durch die Beine und dann dem ansonsten ganz starken Felix Brückmann unter der Fanghand durch. Das schonungslose Fazit von Stürmer Borna Rendulic: „Unser erstes Drittel war Bullshit.“
Rendulic und Szwarz bringen die Wende
Gut gebrüllt, Löwe, aber dann muss man auch selbst liefern. Rendulic tat’s, im Mittelabschnitt „waren wir von Beginn an bei der Sache“ befand er – und läutete mit dem Anschlusstreffer nach Zuspiel von Jordan Szwarz die Wende ein (29.). Der Passgeber wurde dann beim 2:2 für seine gelungene Aktion selbst belohnt, diesmal von Geburtstagskind Krämmer. Der runde 30 Jahre alt gewordene Niederbayer bediente im ersten Überzahlspiel der Adler kurz vor Ablauf der Berliner Strafe Szwarz ideal (36.). „Gute Arbeit von Borna und starker Pass von Nico“, kommentierte der 31-jährige Kanadier gegenüber der RHEINPFALZ gewohnt bescheiden auch seine herausragende Leistung im zweiten Drittel.
Mit einem Lattentreffer eröffnete Adler-Stürmer Stefan Loibl vor über 10.000 Zuschauern das Schlussdrittel, in das die Berliner womöglich mit etwas Bammel gegangen waren. Denn vor der Partie hatten sie fast die Hälfte aller Gegentreffer eben in den letzten Abschnitten ihrer bisherigen Spiele einstecken müssen. Entsprechend taktisch gingen sie an die Sache ran, die Adler wirkten läuferisch aktiver, schienen auch etwas mehr Mut zu haben, auf den entscheidenden Treffer zu drängen – aber letztlich war die Verlängerung logische Konsequenz eines ereignisarmen Drittels. Und auch in der Overtime waren die Mannheimer dem goldenen Tor näher. Das gelang dann im Shoot-out Nigel Dawes mit einem eiskalt verwandelten Penaltyschuss.