Eishockey
Adler kassieren gegen Wolfsburg den Ausgleich
Die Möglichkeit war groß, doch jetzt müssen die Adler nachsitzen. Nach dem 4:1-Sieg der Adler im ersten Match glichen die Wolfsburger zum 1:1 aus. Wie im Viertelfinale gegen Straubing müssen sich die Mannheimer im finalen Match der kurzen Serie behaupten.
Gross: „Müssen 60 Minuten spielen“
Die Experten waren sich vorab einig: „Das erste Tor ist sehr wichtig.“ Und dieses Tor erzielten die Adler. Mark Katic stand richtig, profitierte von der Vorarbeit von Kapitän Ban Smith und wuchtete die Scheibe in den Winkel. „Das war ein wichtiges Tor für uns. Ich habe die Scheibe perfekt getroffen“, beschrieb der Torschütze seinen Treffer nüchtern. Es genügte nicht. Und das lag nicht nur daran, dass die Adler es verpassten, nachzulegen.
Den Grund dafür kannte Adler-Trainer Pavel Gross: „Wir müssen 60 Minuten spielen und weg von der Strafbank bleiben“, analysierte er kurz und knapp und haderte mit seinen Routiniers. Mit Thomas Larkin, der dem Ausgleich mit seiner unnötigen Strafzeit im Schlussdrittel den Weg ebnete, und mit Torschützen Katic, der in der Verlängerung nicht konsequent verteidigte, sondern eher den künstlerischen Ausdruck und weniger die Effizienz im Auge hatte, was wiederum Anthony Rech mit der Entscheidung (66.) bestrafte.
Viel Tempo, viele Zweikämpfe, viel Taktik
Bis dahin hatten die Adler zwar deutliche Vorteile im zweiten Durchgang, aber Geschenke verteilten beide Mannschaften nicht. Viel Tempo, viele Zweikämpfe, viel Taktik – das zweite Halbfinale in der Deutschen Eishockeyliga entsprach genau den Erwartungen. Beide konzentrierten sich zunächst auf die Defensivarbeit und mit zunehmender Spieldauer wurde die Prognose über die Bedeutung des ersten Tores zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.
Echte Großchancen waren dabei allerdings Mangelware. Viel mehr konzentrierten sich beide Mannschaften auf viel Verkehr vor dem Tor und einen so genannten „dreckigen Treffer“. Den verfehlten beide im ersten Durchgang. Entweder rutschte Matthias Plachta nach einem starken Antritt im letzten Moment weg (12.), oder Felix Schütz (13.) brachte den Schläger nicht mehr schnell genug auf das Eis. Im Gegenzug waren die Wolfsburger bei der einzigen Überzahlchance im ersten Durchgang insgesamt zu harmlos, es blieb beim 0:0 nach 20 Minuten.
Adler zu früh im Verwaltungsmodus
Das machten die Gastgeber spätestens im dritten Durchgang besser. Mit viel Macht kamen die Grizzlys aus der Kabine. Mannheim befand sich ein wenig zu früh im Verwaltungsmodus. Die Konzentration war nicht mehr da. So ist die unnötige Strafzeit von Thomas Larkin mit seinem Beinstellen gegen Philipp Bruggisser zu erklären. Routinier Sebastian Furchner war für die Gastgeber zur Stelle (47.), schoss seine Mannschaft in die Verlängerung.
Da waren beide Mannschaften zunächst auf die Defensive konzentriert – die Gastgeber offenbar ein wenig mehr als die Gäste. „Am Ende entscheiden die Kleinigkeiten und Wolfsburg hat unsere Kleinigkeiten ausgenutzt“, haderte Gross.
Grizzlys Wolfsburg: Strahlmeier – Likens, Melchiori; Bruggisser, Wurm; Bittner, Möser; Adam – Jormakka, Festerling, Fauser; Machacek, Olimb, Rech; Görtz, Järvinen, Furchner; Busch, Hungerecker, Raabe
Adler Mannheim: Endras - Akdag, Reul; Krupp, Larkin; Schira, Katic; Wirth - Shinnimin, Smith, Leier; Plachta, Desjardins, Loibl; Krämmer, Collins, Eisenschmid; Schütz, Bast, Brune
Tore: 0:1 Katic (Smith) 38:23, 1:1 Furchner 46:53, 2:1 Rech 65:05 - Strafminuten: 2:6 - Beste Spieler: Strahlmeier, Rech - Krämmer, Schira, Endras - Schiedsrichter: Hunnius (Berlin)/Rantala (Finnland).