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Markus Eisenschmid als Adler-Topscorer in der Meistersaison.
Markus Eisenschmid als Adler-Topscorer in der Meistersaison. Foto: KUNZ

Dass Eishockey-Nationalspieler Markus Eisenschmid auch in dieser Saison für die Adler Mannheim auf Torjagd geht, wurde im Frühjahr teuer erkauft – und die Zeche zahlte der Profi selbst. Nach schwerer Verletzung steht der 24-Jährige vor seinem Comeback für den Meister.

Wie soll man es nun formulieren, dass es nicht blöd oder gar gemein klingt? Probieren wir es so: Als sich Eisenschmid am 23. Mai im verlorenen WM-Viertelfinale gegen Tschechien schwer an der Schulter verletzte, was gar eine Operation erforderte, sagten die Adler-Fans: „Mist, tut mir leid für Markus.“ Nicht wenige aber dachten auch mehr oder weniger laut: „Ja, Mist, aber so bleibt er wenigstens bei uns.“ „Nachvollziehbar“ findet das der Unglücksrabe selbst, „aber eigentlich wollte ich es nicht hören“. Die Verletzung traf ihn hart, „ich wollte gar nicht darüber sprechen, auch das Video von der Szene, wie es passiert ist, habe ich mir nie angesehen“.

Eisenschmid verweist auf einen für ihn harten Sommer mit viel Arbeit und Reha. Die verpasste Chance will er nicht weiter thematisieren. Klar ist, dass gegen Ende der vergangenen Saison viele Späher aus der NHL, der besten Liga der Welt, nicht nur wegen Supertalent Moritz Seider in die SAP-Arena gekommen waren, sondern auch Eisenschmid auf dem Scouting-Zettel hatten. Zumal der heute 24-Jährige es ja ab 2013 schon in Nordamerika versucht hatte, so richtig aber erst in seinem ersten Mannheimer Jahr durchstartete. Es gilt als sicher, dass er ohne die Verletzung noch mal irgendwo in einem NHL-Trainingscamp vorgespielt hätte.

Geschichte. Wenn Eisenschmid ins Adler-Team zurückkehrt, „wird er unsere Qualität noch mal anheben“, weiß Trainer Pavel Gross. Wann das sein wird? „Es dauert nicht mehr lang. Ich bin nah dran“, sagt der Flügelstürmer selbst. Er trainiert voll mit. Am Mittwochabend (19.30 Uhr) bei der Düsseldorfer EG wird’s noch nicht so weit sein, stellte Gross klar. Danach aber kann es schnell gehen: Die Mannheimer haben nun Spiele im Zwei-Tages-Rhythmus vor sich.

„Letztes Jahr hat es ja gut funktioniert“, meint Eisenschmid, angesprochen auf seine besonderen Fähigkeiten im Überzahlspiel. Vor allem im Powerplay könnte er dem Team den nötigen Zusatzkick verpassen, damit Spiele wie das zähe 2:1 am Sonntag in Ingolstadt souveräner gestaltet werden. „Da hätten wir schon mehr Tore schießen können“, gesagt Coach Gross – vor allem in Überzahl.

28 Tore erzielte Eisenschmid in der Meistersaison, seine Scoring-Qualitäten vermisst das Team in der neuen Runde hier und da schon spürbar. Trotzdem fühlte er sich bei seiner Genesung nie gehetzt, im Gegenteil: „Ich bin eigentlich ein sehr ungeduldiger Mensch. Aber ich wusste, dass es hier keinen Druck gibt, weil das Team stark ist.“ Mit ihm, das gilt als sicher, wird es noch stärker sein.

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