Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Rhein-Neckar Löwen ganz nah dran am großen Coup

Enttäuscht: Albin Lagergren. Links Niclas Kirkelökke.
Enttäuscht: Albin Lagergren. Links Niclas Kirkelökke.

Die Rhein-Neckar Löwen waren ganz nah dran am großen Coup. Am Ende hieß es beim Meister und Klub-Weltmeister SC Magdeburg am Mittwochabend vor 6449 Zuschauern 32:32 (18:16).

Am Ende musste Albin Lagergren getröstet werden. Albin Lagergren, der beste Spieler der Löwen. Und das kam so: Die Löwen führten 32:31, waren in Ballbesitz. Es waren nur noch ein paar Sekunden zu spielen, Sebastian Hinze hatte die letzte Auszeit genommen und seine Spieler instruiert. Lagergren erzielte gut eine Minute vor Schluss das 32:30. Die Magdeburger konterten postwendend durch Christian O’Sullivan.

Fehler in der Kreuzbewegung

Lagergren stieß dann Richtung Abwehr, wollte den Ball zu Halil Jaganjac geben, aber der Kroate war schon in der Kreuzbewegung. Der Ball flog ins Aus. Das war die Chance für Magdeburg. Nun nahm SCM-Trainer Bennet Wiegert eine Auszeit. Er brachte den sechsten Feldspieler und hatte Erfolg. Magnus Saugstrup bekam den Ball am Kreis und markierte den Ausgleich. „Aber wir haben ein Riesenspiel gemacht. Die Jungs waren überragend, deshalb bin ich mit dem Punkt zufrieden. Wenn man ehrlich ist, dann ist das ein gerechtes Ergebnis. Die Jungs waren am Ende enttäuscht, es ist bitter, wenn man den Ausgleich so spät bekommt“, sagte Sebastian Hinze. Er freute sich, dass seine Mannschaft über weite Phasen der packenden Partie sehr stabil war und auch beim Meister zeigen konnte, wofür die neuen Löwen stehen. Es war ein echtes Spitzenspiel.

Dem Druck stand gehalten

Und die Mannschaft hielt dem Druck stand, zeigte sich gegenüber der Niederlage beim HSV Hamburg am Sonntag verbessert, war vor allem in der Abwehr agiler. Ab der 51. Minute übernahmen die Löwen das Kommando, führten mehrmals mit zwei Toren. Doch der SC Magdeburg ließ sich nicht abschütteln. Der Champion hatte in dem quirligen Spielmacher Gisli Kristjánsson seinen besten Mann, auch Rückkehrer Omar Ingi Magnússon sorgte für einige spezielle Momente. „Wir haben nicht gut genug gespielt, um das Spiel zu gewinnen. Wir müssen uns verbessern“, sagte Omar Ingi Magnússon.

Bei den Löwen trumpfte Albin Lagergren auf, der in der Schlussphase das Spiel an sich riss. Sieben Tore standen für ihn zu Buche. Zwischendurch wurde er von Niklas Kirkelökke vertreten, der sein bislang besten Saisonspiel für die Löwen machte. Lukas Nilsson erzielte in seinem dritten Spiel nach langer Verletzungspause in der 24. Minute sein erstes Saisontor. „Wir haben eine gute Idee und eine sehr gute Mannschaft“, meinte Torhüter Joel Birlehm, der vor der Pause gut hielt, Bundestrainer Alfred Gislason auf der Tribüne zeigte, dass er auf ihn bauen kann, wenn er denn benötigt wird. Aber Birlehm war direkt nach dem Spiel anzusehen, dass er schon ein bisschen enttäuscht ist. Auch der Magdeburger Philipp Weber legte sich ins Zeug, er kämpft um einen Platz im WM-Team. Der Halblinke schoss fünf Tore.

Außen verlängern Verträge

Gute Nachricht in Magdeburg: Die Außen Tim Hornke (32) und Lukas Mertens (26) haben ihre Verträge bis 2026 beziehungsweise 2027 verlängert. Vielleicht kommt Mertens bei der WM in Polen und Schweden eine tragende Rolle zu, denn Marcel Schiller von Frisch Auf Göppingen hat sich eine Fußverletzung zugezogen und fällt mindestens bis Jahresende aus.

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