Handball Außer Spesen ...
Wetzlar. Die Auswärtsfahrt zur HSG Wetzlar hätten sich die Eulen Ludwigshafen sparen können. Die Mannschaft von Trainer Ben Matschke war den Gastgebern bei der 19:30 (10:16)-Niederlage in allen Belangen unterlegen (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete). Die gewohnte Leidenschaft auf dem Parkett hat der Truppe um Kapitän Gunnar Dietrich in der Rittal Arena am Samstagabend gänzlich gefehlt.
Eigentlich wollten die Eulen nach dem emotionalen Sieg gegen Leipzig gegen die vor der Partie nur vier Punkte besser platzierten Mittelhessen Boden in der Tabelle gut machen. Der Schuss ging nach hinten los, weil das Tabellenschlusslicht die bisher schlechteste Saisonleistung ablieferte. „Das Spiel war Anschauungsunterricht für meine Jungs, die nie in die Begegnung reingekommen sind. Wir haben einfach keine Mittel gegen einen starken Gegner mit einer überragenden 6:0-Deckung mit Torwart Klimpke gefunden“, gestand Eulen-Coach Ben Matschke auf der Pressekonferenz. Angefangen von der Torleuten Hanemann und Lenz, die mit insgesamt nur drei Paraden gegenüber 13 vom guten Till Klimpke auf Wetzlarer Seite klar den Kürzeren zogen. Bis hin zu den beiden Linksaußen Hofmann und Scholz, die wie ihre Mitspieler keine Normalform an den Tag legten. Und wenn Kampfgeist und Engagement in dem für den Klassenerhalt wichtigen Spiel nicht vorgelebt werden, kommt eben eine Elf-Tore Packung leicht zustande. „Wir schmeißen das Spiel nach der Pause schnell weg. Noch vor einer Woche gegen Leipzig haben wir das Spiel gedreht. Der Glaube und der unbedingte Wille haben gefehlt“, bemerkte Kreisläufer Max Heider. Die Eulen rannten mit verschiedenen Varianten, immer wieder auch mit einem siebten Feldspieler, erfolglos gegen die Wetzlarer an. Einfache Tore aus der Rückraum durch Stefan Salger und Gunnar Dietrich blieben die Ausnahme. Technische Fehler nahmen die hellwachen Wetzlarer Angreifer dankend mit Würfen in das leere Tor an. Ein kreativer Spielaufbau war so gut wie nicht zu erkennen. Das verletzungsbedingte Fehlen von drei Spielmachern (Feld, Remmlinger, Bührer) ließ sich gegen die qualitativ hochwertige Sieben von Kai Wandschneider nicht kompensieren. Notnagel Jerome Müller fand auf der zentralen Position nicht die Mittel, um die aggressive HSG-Deckung zu knacken. Die mitgereisten Fans mussten angesichts des Fehlerfestivals ihrer Mannschaft viel Leid ertragen. Besonders nach der Pause, als die Eulen knapp zehn Minuten ohne Tor blieben. Bereits nach dem 22:11 (42.) durch Maximilian Holst stand die elfte Saisonniederlage der Ludwigshafener fest. Schon am Donnerstag (19 Uhr) kann die Mannschaft im Derby gegen die Rhein-Neckar-Löwen wieder Kredit bei ihren Fans zurückgewinnen. „So dürfen wir uns nicht mehr präsentieren. Gegen die Löwen wird unsere junge Mannschaft ihr anderes Gesicht zeigen. Gegen den haushohen Favoriten haben wir nichts zu verlieren“, erwartet Geschäftsführer Marcus Endlich ein engagiertes Auftreten.