FC Bayern München
Weltklassefußball
Um diesen denkwürdigen Fußballabend von Lissabon zu begreifen, da helfen nur Superlative und Kraftausdrücke wie „Wahnsinn“, „Weltklassefußball“, „Jahrhundertsieg“ „Demonstration der Macht“, „Demütigung“ oder nüchterne Fakten: Mit einem sagenhaft-sensationellen 8:2 ist der deutsche Rekordmeister Bayern München im Viertelfinale der Champions League über den großen FC Barcelona hurrikanmäßig hinweggefegt. Ohne Gnade, ohne Fehler, ohne mit der Wimper zu zucken. Lionel Messi, Luis Suarez, Piquet & Co. wurden zu Statisten degradiert wie in einem Trainingsspielchen an der Säbener Straße.
Es war ein Klassenunterschied (mehr als eine Stufe) auf dem Rasen des Stade de la Luz. Hier der leichtfüßige, ballsichere, perfekt eingestellte, taktisch disziplinierte FC Bayern mit all seinen Stärken und einem angemessenen, nicht überheblichen Selbstbewusstsein und dort der völlig überforderte, desaströse, tempo-, kampf- und planlose FC Barcelona in einer der schwärzesten Stunden seiner Geschichte.
Keine Schadenfreude, nur Qualität
Nie schoss eine Mannschaft in einem Viertelfinale der Königsklasse mehr Tore als das Team von Hansi Flick. Die letzten beiden Treffer durch Coutinho (der katalanischen Leihgabe an die Bayern!) bejubelten sie schon kaum mehr, sondern klatschten sich nur noch lässig ab. Das war sehr anständig. Sie haben Schadenfreude oder zur Schau getragene Genugtuung nicht nötig, sondern lassen fußballerische Qualität sprechen. Das garantiert ihnen Anerkennung genug – und maximalen Erfolg.
Und wer soll nun den FC Bayern auf dem Weg zum Triple noch schlagen? Womöglich kann das nur einer: der FC Bayern selbst. Mit Selbstzufriedenheit, Überheblichkeit oder Nachlässigkeit.