FCK-Kolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Böhms Betze: Torheide

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Wie ein Bild auf Twitter Erinnerungen an die graue Vorzeit als Fan wecken kann.

Manchmal genügt ein Bild, und die Erinnerungen kehren zurück. So erging es mir in dieser Woche. Bei Twitter sah ich das Foto eines Anhängers von Wattenscheid 09, der einen kombinierten Fanschal trug: eine Hälfte SG, andere Seite FCK. Zum einen fiel mir dazu ein, dass der Klub aus dem Bochumer Stadtteil einst so etwas wie eine Filiale der Roten Teufel war, lange bevor der SV Sandhausen eine solche Bezeichnung für sich beanspruchen durfte. Beim Nachschlagen wurde mir bewusst, welch eine Fülle an Kickern für beide Klubs spielte oder in anderer Funktion tätig war. Hannes Bongartz, Hans Werner Moser, Markus Schupp, Frank Hartmann, Stefan Emmerling, Bernhard Winkler, Sergio Allievi, um nur einige zu nennen. An Leichtgewicht Allievi, diesen ballverliebten Fummler und Sololäufer, hatte ich damals einen Narren gefressen.

Viel Gegurke

Zum anderen entsann ich mich an einen Freitagabend Ende April 1994. Ein Freund und ich gurkten zum drittletzten Spieltag der Bundesliga-Saison ins Lohrheidestadion, um die Roten Teufel zu unterstützen. 13.000 Zuschauer waren da, viele davon in Rot-Weiß gekleidet. Eine Zitterpartie war’s, die sich erst in der Endphase entschied. Ciriaco Sforza markierte das 0:1 in der 86. Minute, vier Minuten später schoss der heutige Geschäftsführer Thomas Hengen das 0:2. Was ich nicht mehr im Gedächtnis hatte: Der FCK lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel mit dem FC Bayern, den er sieben Tage zuvor mit 4:0 vom Betzenberg gefegt hatte. Letzten Endes musste Friedel Rauschs Elf sich mit Tabellenplatz zwei begnügen, ein Punkt hinter den Münchnern.

In Erinnerung blieb mir der 22. April aber noch aus einem anderen Grund: Auf der Heimfahrt nach Speyer flog uns die Zylinderkopfdichtung meines alten VW Polo Coupé um die Ohren. Wir kamen heim, das mit seinen 45 PS verdammt anzugsstarke Gefährt jedoch hatte keine Zukunft mehr. Er läuft und läuft und läuft galt ausnahmsweise mal nicht.

Unser Autor

Andreas Böhm, 55, war einst Fan der Generation „Willst du bequem nach Hause laufen, musst du Roschy-Schuhe kaufen“. Seit 1995 ist er zum Glück der journalistischen Neutralität verpflichtet; seit 2013 FCK-Reporter für diese Zeitung.

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