Rheinland-Pfalz Weltkriegsbombe: Germersheimer Innenstadt ist evakuiert

Die beschädigte Bombe konnte nicht abtransportiert werden.
Die beschädigte Bombe konnte nicht abtransportiert werden. Foto: van

Ein Teil der Germersheim Innenstadt ist am späten Donnerstagabend evakuiert worden. Betroffen waren rund 2000 Personen. Grund: Eine „brandgefährliche“ Weltkriegsbombe war am Nachmittag auf dem Gelände der Stengelkaserne gefunden worden.

[Aktualisiert um 23.24 Uhr] Ab 19.30 Uhr erfolgte die Evakuierung mit teils mehrsprachigen Einsatzkräften. Der Leitende Notarzt Thomas Bleck sprach kurz nach 21.30 Uhr von einer reibungslosen Evakuierung des Krankenhauses. Die für 22 Uhr geplante Sprengung der Bombe verzögerte sich: Einige uneinsichtige Bewohner im Evakuierungsgebiet hätten die Türen nicht geöffnet. Die betreffenden Wohnungen mussten aufgebrochen werden. Um 22.45 Uhr meldete die Einsatzleitung, dass noch fünf Straßen fehlen würden. Um 23.14 Uhr wurde die Evakuierung als komplett gemeldet. Fünf Minuten später war dann doch wieder von vier Häusern die Rede, in denen Licht brennen würde und die überprüft werden müssten. Die laut Thomas Guindeuil vom Kampfmittelräumdienst „brandgefährliche“ US-amerikanische Nebelbombe, die mit weißem Phosphor gefüllt war, würde im Fall der Selbstentzündung giftige Dämpfe erzeugen, vor denen die Bevölkerung geschützt werden musste, hieß es. Das Weltkriegsrelikt war bei Baggerarbeiten beschädigt worden und konnte nicht transportiert werden. Die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes ordneten einen Sicherheitsradius von 300 Metern an. Der Katastrophenstab des Kreises Germersheim nahm die Arbeit auf: Polizei, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Rettungsdienste. Hauptproblem war die Evakuierung des Germersheimer Krankenhauses. Die Patienten wurden verlegt oder entlassen. Ein Teil wurde nach Kandel transportiert, ein anderer in die Germersheimer Stadthalle gebracht. Der Leitende Notarzt Thomas Bleck sprach kurz nach 21.30 Uhr von einer reibungslosen Evakuierung. Die betroffenen Anwohner fanden bei Verwandten, Bekannten, in Stadthalle oder im Bürgerhaus ein Ausweichquartier. Nach kurzer Nacharbeit könnten nach der Sprengung Wohnungen und Klinik wieder bezogen werden, hieß es.

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