Wetter RHEINPFALZ Plus Artikel Wann wird es in der Pfalz winterlich?

Der Herbst in der Pfalz ist regnerisch in diesem Jahr.
Der Herbst in der Pfalz ist regnerisch in diesem Jahr.

Im Oktober gab es ungewöhnlich viel Regen und zugleich noch sechs Sommertage. Ein Ausblick auf den November verrät, ob demnächst mit einem Wintereinbruch gerechnet werden kann.

Der Oktober sei erst zu warm, dann zu nass gewesen. Das berichtet Christian Müller vom Wetterbüro Klima Palatina in Maikammer (Kreis Südliche Weinstraße). Besonders in Trippstadt (Kreis Kaiserslautern) und Pirmasens habe es extrem stark geregnet. In der Südwestpfalz seien 135 Liter Regen gefallen, in der Westpfalz sogar 169 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei rund 60 Litern.

Etwas weniger, aber immer noch mehr als eigentlich üblich, hat es laut Müller in der Vorderpfalz geregnet. Zwischen Haßloch (Kreis Bad Dürkheim) und Frankenthal seien rund 80 Liter pro Quadratmeter gefallen. Der übliche Wert liege hier bei 62 Litern.

Ausgleich für trockenes Frühjahr

Der viele Regen habe ausgeglichen, dass es seit dem Frühjahr überall in der Pfalz zu wenig geregnet habe. Die derzeitigen Niederschläge könnten nun langsam in tieferen Bodenschichten aufgenommen werden, berichtet Müller.

Aufgrund des Regens sei auch der Wasserstand des Rheins deutlich angestiegen.

Der Pegel Speyer habe sich Anfang November bei etwas über vier Metern eingependelt. Im Unterschied dazu sei nach dem Dürresommer vor fünf Jahren am 27. Oktober 2018 laut Müller hingegen der zweitniedrigste Rheinwasserstand überhaupt von nur 1,61 Metern registriert worden.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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Orkanartige Böen Ende Oktober

Angefangen hätten die Niederschläge allerdings erst in der zweiten Oktoberhälfte. Der Monatsanfang sei vor allem zu warm gewesen. Rekordverdächtige 28,9 Grad Celsius habe das Thermometer in Speyer und in Bad Dürkheim angezeigt. In der Vorderpfalz wurden sogar noch sechs offizielle Sommertage, also mit Höchsttemperaturen von über 25 Grad, registriert.

Die meisten Sonnenstunden (125) habe es im Oktober auf der Kalmit und in Bad Bergzabern (Kreis Südliche Weinstraße) gegeben. In der Monatsmitte kam dann laut Wetterexperte Müller der radikale Wechsel. Kältere Polarluft sorgte für den ersten Luftfrost. Sowohl in Speyer als auch in Römerberg (Rhein-Pfalz-Kreis) seien Tiefstwerte von knapp unter null Grad registriert worden. Der erste Herbststurm brauste dann Ende Oktober über die Pfalz. Die orkanartigen Sturmböen erreichten auf den Gipfellagen des Pfälzerwaldes 114 km/h, was der Windstärke elf entspricht.

Ausblick auf den November

Und wie wird das Wetter im November? „Der Winter lässt in der Pfalz noch etwas auf sich warten“, sagt Müller. Die derzeit herrschende wechselhafte, feucht-milde Witterung bleibe laut Wettermodellen vorerst erhalten. Ein frühzeitiger Wintereinbruch mit Schnee oder gar Dauerfrost werde in der Pfalz nicht erwartet. Erst für Ende November könnte kältere Luft in die Pfalz ziehen, berichtet Müller. Bis dahin bleibe der Herbst, der seit Mitte Oktober in der Region Einzug gehalten habe.

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