Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel US Airbase Ramstein: Tankflugzeuge kommen nicht vor 2027

Die Tankflugzeuge vom Typ KC 135 versorgen unter anderem – wie auf diesem Bild – Flieger vom Typ F15E in der Luft mit Treibstoff
Die Tankflugzeuge vom Typ KC 135 versorgen unter anderem – wie auf diesem Bild – Flieger vom Typ F15E in der Luft mit Treibstoff. Foto: gana

Die Airbase in Ramstein ist eine wichtige Drehscheibe für das US-Militär. Der Flughafen in der Westpfalz sollte ursprünglich bis 2021 deutlich ausgebaut werden. Die Verantwortlichen haben den Zeitplan aber mittlerweile verworfen.

2017 wurde bekannt, dass die Amerikaner noch einmal kräftig in die 1400 Hektar große Airbase bei Ramstein investieren wollen. Damals war die Rede von 95 Millionen US-Dollar sowie weiteren 18 Millionen Euro Planungskosten, die von deutscher Seite fließen sollen. Bei dieser Summe wird es wohl nicht bleiben.

Weil das US-Militär den Luftwaffenstützpunkt in Mildenhall (Großbritannien) auflösen will, sollen von dort 15 Tankflugzeuge des Typs KC-135 sowie 750 Militärangehörige nach Ramstein verlegt werden. Für die Flugzeuge müssen auf der Airbase zusätzliche Stellflächen geschaffen werden. Außerdem müssen die vorhandenen Stellplätze nachgerüstet werden. Den Planungen zufolge soll unter anderem ein neuer Wartungshangar gebaut und 16.600 Quadratmeter Fläche neuversiegelt werden.

Unterirdische Tanks für Spezialtreibstoff geplant

Die Ramp 1 soll in Richtung Osten erweitert werden, um Platz für die KC-135 Tankflugzeuge zu schaffen. Diese Maschinen können andere Flugzeuge in der Luft betanken. Zu diesem Zweck können sie bis zu 120.000 Liter Treibstoff aufnehmen. In unterirdischen Tanks soll der Spezialtreibstoff JP-8 gelagert werden, den die Tankflugzeuge aufnehmen, um andere Flieger in der Luft zu versorgen. Dafür soll eine Unterflurbetankungsanlage, auch bekannt als Hydrantenbetankungssystem, eingebaut werden. In Unterlagen, die der RHEINPFALZ vorliegen, ist die Rede von einer zusätzlichen Flächenversiegelung von 41.900 Quadratmetern. Kritiker befürchten, dass es zu enormen Verunreinigungen des Bodens kommen könnte, falls das JP-8 versehentlich in die Erde sickern sollte. Der Spezialtreibstoff steht im Verdacht krebserregend zu sein.

Baubeginn mehrfach verschoben

Insgesamt sollen knapp sechs Hektar neu überbaut oder versiegelt werden. Die Arbeiten sollen sich im Wesentlichen an der östlichen Grenze der Airbase abspielen. Die dort befindliche Ramp 1 wurde 2003 als Flugzeugabstellfläche ausgebaut. Das nun geplante Unterflurbetankungssystem ist vom 2003 genehmigten Plan jedoch nicht gedeckt. Auch der neue Hangar liegt in einem kleinen Wäldchen außerhalb des damals zugelassenen Areals.

Der Baubeginn war mal für 2019 anvisiert worden. Zunächst hieß es seitens der USA, die Flugzeuge kämen nicht vor 2021, im Herbst 2017 lautete die offizielle Sprachregelung dann „nicht vor 2024“. Auf Anfrage teilte die US-Luftwaffe nun mit, dass auch dieser Zeitplan überholt ist. Die Flugzeuge werden nun „nicht vor 2027“ in Ramstein erwartet.

Vom Bund 20 Millionen Euro

Dieses Datum nannte auch das Amt für Bundesbau (ABB), das von deutscher Seite die Bauaktivitäten der US-Streitkräfte in Deutschland koordiniert. Seitens dieser Behörde wird momentan von Baukosten in Höhe von rund 90 Millionen Euro ausgegangen. Die Kostenbeteiligung des Bundes soll den Angaben zufolge bei rund 20 Millionen Euro liegen. Als Grund für die Verzögerung nennt das ABB, dass erste Planungsergebnisse höhere Kosten ergaben, als zunächst von der US-Seite angenommen. Im Vorfeld des Bauvorhabens sollen noch Gutachten zur Lufthygiene sowie dem Luft- und Bodenlärm erstellt werden. Die Expertisen sind zwar schon länger angekündigt, aber laut ABB noch nicht erstellt.

Eine KC 135
Eine KC 135 Foto: gana
In einer KC 135 können auch Verletzte versorgt werden.
In einer KC 135 können auch Verletzte versorgt werden. Foto: gana
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