Rheinland-Pfalz Stilles Gedenken an die Toten

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«KIRCHHEIM.» Gestern Abend haben die Kirchheimer (Kreis Bad Dürkheim) bei einem ökumenischen Gottesdienst der 56-jährigen Frau und ihres 25-jährigen Sohnes gedacht, die am Freitag gestorben sind. Der Sohn hat den Ermittlungen zufolge seine Mutter getötet und anschließend die alarmierten Polizisten angegriffen und verletzt. Daraufhin wurde er von den Beamten erschossen.

Warum nur? Warum? – Das ist die Frage, die die Menschen an der Weinstraße bewegt. Der protestantische Pfarrer Christopher Markutzik sagte gestern Abend in der voll besetzten St.-Andreaskirche, es falle schwer, Worte zu finden angesichts dessen, was passiert ist. Die Leichen der beiden Kirchheimer sind inzwischen am Institut für Rechtsmedizin in Mainz obduziert worden. Gestern teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass der Leichnam des 25-Jährigen, den Polizeibeamte erschossen haben, sieben Schussverletzungen aufweise. Der junge Mann habe viel Blut verloren. Er habe starke Verletzungen an Oberkörper und Lunge erlitten, zudem kam es zur Bluteinatmung. Der 25-Jährige sei an einer Kombination von Blutverlust und der Verletzungen verstorben. Eine Polizeisprecherin sagte gestern auf Anfrage, dass sieben Schussverletzungen nicht bedeuten müssten, dass die Polizisten sieben Mal auf den Mann geschossen hätten. Wie viele Schüsse abgegeben worden sind, konnte sie nicht sagen. Der 25-Jährige, der unter dem Einfluss von Drogen gestanden und einen psychotischen Schub erlitten haben soll, hatte die eintreffenden Beamten am Freitagmorgen mit einer Schere angegriffen. Sie hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf ihn geschossen, um die Angriffe abzuwehren. Die 56 Jahre alte Mutter hatte die Beamten der Grünstadter Inspektion zuvor zu Hilfe gerufen. Als die Beamten eintrafen, war die Mutter bereits tot. Der Leichnam der Frau weist nach Angaben der Ermittler keine Schussverletzungen auf. Als Todesursache geben sie an, dass die 56-Jährige sehr viel Blut verloren und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten habe. Die Rechtsmediziner haben bei der Frau schwere Kopfverletzungen und am gesamten Körper mehrere Wunden festgestellt, die durch ein spitzes Werkzeug und Faustschläge verursacht worden seien. Die beiden Polizisten, die bei dem Einsatz verletzt wurden, sind mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die 31 Jahre alte Frau und der 56 Jahre alte Mann werden professionell betreut. Der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber sagte gestern am frühen Nachmittag, die Ermittlungen würden möglicherweise noch mehrere Wochen andauern. Zum einen würden die Beamten der Kriminalpolizei in Ludwigshafen noch Zeit benötigen, um alle Spuren auszuwerten. Zum anderen müsse die Staatsanwaltschaft abwarten, bis die beiden Polizisten vernommen worden sind: „Es ist wichtig, von den Polizeibeamten zu erfahren, wie sie den Vorfall schildern.“ Diese hätten als Beschuldigte auch das Recht, zu schweigen. Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Polizisten, weil der Anfangsverdacht auf eine Straftat besteht. Das, so Ströber, müsse routinemäßig gemacht werden. Der Leitende Oberstaatsanwalt betonte: „Routine bedeutet aber nicht, dass wir das auf die leichte Schulter nehmen. Das muss ordentlich gemacht werden.“

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