Arztpraxen Rheinland-Pfalz: Weniger und ältere niedergelassene Mediziner als bundesweit [mit Grafiken]

Nirgends sonst sind Praxis-Ärzte so alt wie in Rheinland-Pfalz.
Nirgends sonst sind Praxis-Ärzte so alt wie in Rheinland-Pfalz.

Rheinland-Pfalz hat bundesweit mit die wenigsten Praxis-Ärzte pro Einwohner – und zugleich die ältesten niedergelassenen Mediziner. Das geht aus Daten des Bundesarztregisters von Ende 2019 hervor. Rheinland-Pfalz steht damit entgegen eines bundesweiten Trends. In Deutschland ist das Praxisnetz im Vergleich zu 2018 meist enger geworden – nur in Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie Hamburg und Berlin nicht.

Halb so viele Ärzte wie in Heidelberg

Am dichtesten ist das Netz in Heidelberg mit 396,6 Ärzten und Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner. Die wenigsten niedergelassenen Mediziner hat der Landkreis Coburg, Bayern (80,6). In Rheinland-Pfalz kommen auf 100.000 Einwohner 195,8 Praxisärzte und Psychotherapeuten – deutlich mehr als in Coburg, aber nur etwa halb so viele wie in Heidelberg.

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Am meisten Ärzte und Psychotherapeuten pro 100.000 Einwohner haben weiterhin die Stadtstaaten Bremen (301,1) Hamburg (292,9) und Berlin (283,7). Zur Gesundheitsversorgung in den jeweiligen Regionen tragen die Praxen der Kassenärzte allerdings nicht alleine bei - dazu kommen Ärzte in Krankenhäusern sowie etwa auch Physiotherapeuten, Logopäden und andere Heilberufler. Zudem nutzen Patienten aus eher dünn besiedelten Umlandregionen oft Praxen in angrenzenden Ballungsräumen. Konkret kommt es auch darauf an, wie weit entfernt Praxen liegen und wie gut die Anbindung mit Bussen und Bahnen in der Region dafür ist.

Viele Mediziner wollen Teilzeit

Bundesweit waren zum Stichtag 31. Dezember 2019 rund 149.700 Ärzte und 28.000 Psychotherapeuten mit einer Zulassung für die Versorgung gesetzlich versicherter Patienten tätig. Das war insgesamt ein Plus von 1,4 Prozent im Vergleich zu Ende 2018. Dies bedeutet laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) tatsächlich aber nur einen Kapazitäts-Plus von 0,2 Prozent. Denn viele Ärzte wollen Teilzeit arbeiten oder Angestellte statt Praxisinhaber sein.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte der dpa: „Die Arztzeit ist und bleibt knapp.“ Der Trend zur Teilzeit sei ungebrochen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spiele – wie überall in der Gesellschaft – auch bei jungen Ärztinnen und Ärzten eine wichtige Rolle.

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Fast 20 Prozent sind über 65 Jahre alt

Bei Hausärzten ist es oft auch besonders dringlich, Praxisnachfolger zu finden, wenn Mediziner in Ruhestand gehen. Den bundesweit größten Anteil an Hausärzten über 65 Jahre hatte Ende 2019 Rheinland-Pfalz mit 19,8 Prozent – bezogen auf alle Ärzte und Psychotherapeuten waren es in dem Bundesland 13,3 Prozent. Den kleinsten Anteil älterer Hausärzte hat Mecklenburg-Vorpommern – über 65 sind dort 8,4 Prozent. Insgesamt stieg das Durchschnittsalter aller niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten laut Statistik zwischen 2009 und 2019 von 51,9 Jahre auf nunmehr 54,3 Jahre.

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