MAINZ RHEINPFALZ Plus Artikel Rheinland-Pfalz plant Corona-Tests für Urlauber auch in Landau

Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Test auf das Coronavirus in Händen.
Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Test auf das Coronavirus in Händen.

Das Land richtet vier Corona-Teststationen für Reise-Rückkehrer ein. Rotes Kreuz und Bundeswehrsoldaten übernehmen die Arbeit. Die Kassenärzte zeigen sich zufrieden.

Die vier Corona-Teststationen für Reisende aus dem Ausland sollen an Autobahnen und am Flughafen Hahn entstehen. Dies kündigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Mittwochmorgen in Mainz an. Eine der Stationen ist demnach in Landau (Max-Planck-Straße), nahe der Autobahn 65 für Einreisende aus Frankreich vorgesehen. Weitere Testangebote wird es am Flughafen Hahn sowie in Bitburg (nahe der Autobahn aus Richtung Belgien) sowie auf einem Parkplatz an der Autobahn zwischen Luxemburg und Trier geben.

Die Test-Station in Landau solle am Donnerstagmorgen starten, sagte der Staatssekretär im Mainzer Gesundheitsministerium, Alexander Wilhelm (SPD). Sie sei ausschließlich für Heimkehrer aus dem Ausland. Nach derzeitiger Rechtslage sind Reiserückkehrer aus dem Ausland angehalten, sich innerhalb von 72 Stunden auf das Coronavirus testen zu lassen. Reisende aus Risikogebieten wie zum Beispiel Nordspanien sind zu einer zweiwöchigen Quarantäne verpflichtet. Zudem plant der Bund, für diesen Personenkreis eine Testpflicht einzuführen. Dreyer betonte, die Ausnahmen, die in Rheinland-Pfalz im „kleinen Grenzverkehr“ gelten, blieben bestehen. So sind vor allem Pendler aus oder nach Luxemburg von der geplanten Testpflicht ausgenommen. Luxemburg ist vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft.

Reise muss glaubhaft gemacht werden

Wilhelm appellierte an alle Rheinland-Pfälzer, die nicht im Ausland waren, nicht an die neuen Stationen zu kommen, um sich „einfach mal testen zulassen“. Die Nutzer müssten ihre Reise glaubhaft machen. Die Tests für Reiserückkehrer sind kostenlos. Das Rote Kreuz erwartet Ergebnisse nach jeweils ein bis zwei Tagen und will an jeder der vier Stationen pro Tag rund 40 Helfer einsetzen. Die Bundeswehr hat nach Angaben der Landesregierung zugesagt, Einrichtung und Betrieb der Stationen mit 40 Soldaten zu unterstützen. Die Stationen sind täglich von acht bis 22 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten auf dem Hahn sollen auf den Flugplan abgestimmt werden.

Mit den zusätzlichen Teststationen (Tageskapazität bis zu 1000 Abstriche) will die Landesregierung der zuletzt wieder gestiegenen Anzahl von Corona-Infektionen begegnen. Ein kleiner Teil der Anstiege gehe auf Personen zurück, die aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, sagte Dreyer. Das neue Angebot sei eine Ergänzung der bestehenden Test-Ambulanzen im ganzen Land.

Keine Überweisung vom Hausarzt nötig

Die Teststationen sollen nicht zuletzt auch die niedergelassenen Ärzte am Ende der Reisezeit entlasten. Zwar könne sich jedermann weiterhin auch an seinen Hausarzt wenden. Es gebe jedoch keinen Anspruch darauf, dass der Hausarzt teste, teilte die Landesregierung mit. Von der Praxis werde jedoch der Weg zu einer Test-Möglichkeit gezeigt. Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz hat die zusätzlichen Teststationen begrüßt und auf die Corona-Ambulanzen und Corona-Sprechstunden der Kassenärzte verwiesen. Für Corona-Tests nach Einreise seien keine Überweisungen notwendig.

Das Mainzer Gesundheitsministerium hat am Mittwoch 26 weitere bestätigte Covid-19-Infektionen gemeldet. Damit liegt die Gesamtzahl aller erfassten Fälle im Land bei 7627 Personen. Am Vortag hatte es landesweit 59 Neuinfektionen gegeben. Der bisherige Tageshöchstwert seit Ausbruch der Epidemie liegt bei 256 Neuinfektionen. Schwerpunkte der Neuinfektionen waren zuletzt die Landkreise Kusel und Bitburg-Prüm.

Zur Sache: Neun Rückkehrer aus Risikogebieten infiziert

Die Anzahl der positiv auf das Coronavirus Getesteten im Kreis Kusel ist von Dienstag auf Mittwoch um neun auf 114 gestiegen. Alle Neuinfizierten sind nach Angaben des Kreises Rückkehrer aus Risikogebieten (Russland, Türkei und USA). Mit Ausnahme einer Person handelt es sich jeweils um Menschen in häuslicher Gemeinschaft, die sich nach ihrer Rückkehr beim Gesundheitsamt gemeldet haben und am Montagabend getestet wurden. Als Reaktion auf die Entwicklung – 14 Neuinfektionen binnen sieben Tagen – wird der Kreis Kusel sein Corona-Testzentrum künftig wieder dreimal pro Woche öffnen. swz

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