Rheinland-Pfalz Rheingoldhallen-Brand in Mainz: Schweißarbeiter entlastet
Im Fall des auf einen Schaden von bis zu fünf Millionen Euro geschätzten Brandes in der Rheingoldhalle hat die Staatsanwaltschaft Mainz jetzt das Verfahren eingestellt.
Der Brand Mitte Mai vergangenen Jahres war vermutlich durch Funkenflug von Schweißarbeiten ausgelöst worden, wie die Staatsanwaltschaft Mainz am Freitag mitteilte. Rund acht Monate nach dem Brand lasse sich kein hinreichender Tatverdacht der fahrlässigen Brandstiftung begründen – weder gegen das Abbruchunternehmen noch gegen den Arbeiter, der die Schweißarbeiten ausführte. Der Schweißer sowie der Bauleiter der Firma hätten zudem erklärt, über mögliche Brand- und Explosionsgefahren unterrichtet worden zu sein. Daher sei auch kein Vorwurf der Fahrlässigkeit gegenüber dem Bauunternehmer zu erheben, erklärte die Staatsanwaltschaft.
Glut hat sich langsam nach oben gefressen
Funken des Schweißgeräts hätten nach Auffassung des Brandsachverständigers Fugenmaterial – „aus einer Art Holzwolle“ – zum Glimmen gebracht. Die Glut habe sich in den darauf folgenden Tagen langsam durch das Material nach oben gefressen und schließlich das Feuer an der Dachkonstruktion entfacht. Die wahrscheinlich brennbare Masse sei nach heutigen Bauvorschriften nicht mehr zulässig. Nach Auffassung des Sachverständigen sei es zudem zumindest zweifelhaft, ob die Verwendung des Materials damals zulässig war.
Arbeiter hielt Fuge für Betonecke
Der Arbeiter gab laut Staatsanwaltschaft an, das Umfeld der Schweißarbeiten in Augenschein genommen zu haben. Ihm sei nicht aufgefallen, dass sich flammbares Material in der Fuge befunden habe. Er habe die Ecke vielmehr für eine geschlossene Betonecke gehalten. Auch bei einer Nachschau am Tag nach den Schweißarbeiten sei ihm in der Ecke nichts Besonderes aufgefallen. Auch anderen Zeugen fiel nicht auf, dass sich brennbares Material in der Nähe der Schweißstelle befand.
Wegen Baumängel keine Ermittlungen mehr möglich
Im Hinblick auf eventuelle bauliche Mängel und eine fehlerhafte Verfugung von Lücken mit brennbarem Material beim Bau der Rheingoldhalle seien keine Ermittlungen mehr möglich, denkbare Straftaten seien bereits verjährt: Die Rheingoldhalle wurde in den 1960er-Jahren errichtet.
Bis Anfang 2021 sollen die Feuerschäden sowie die damals schon laufenden Modernisierungsarbeiten erledigt sein, wie die Mainzplus Citymarketing GmbH bereits Ende vergangenen Jahres mitgeteilt hatte. Bei den Lösch- und Aufräumarbeiten wurde dann noch Asbest in der Konstruktion entdeckt. lrs/swz