Rheinland-Pfalz
Regen lässt Rüben in Region noch deutlich zulegen
Die kräftigen Regenfälle während der laufenden Kampagne haben zwar die Rodung der Zuckerrüben teils erschwert, andererseits aber noch für Gewichtszunahme bei den Feldfrüchten gesorgt. Der Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer rechnet derzeit mit einer insgesamt etwa durchschnittlichen Erntemenge.
Man gehe aufgrund der „erfreulichen guten Zuwächse in letzter Zeit“ inzwischen von mindestens 75 Tonnen Ertrag pro Hektar aus, sagte Christine Wendel, Assistentin der Geschäftsführung des in Worms ansässigen Verbandes, auf Nachfrage. Das wäre mehr als noch zu Beginn der seit 18. September laufenden Kampagne angenommen. Die nun erwartete Durchschnittsmenge entspräche knapp dem fünfjährigen Mittel, läge aber deutlich über dem Ertrag im Vorjahr mit 64 Tonnen pro Hektar. Allerdings gebe es „sehr große regionale Unterschiede“, bedingt durch die örtlich verschieden ausgefallenen Niederschläge. „Teils gibt es sehr gute, überdurchschnittliche Erträge, in anderen Regionen dagegen, wo es an Niederschlägen fehlte, herrscht teils Enttäuschung“, beschreibt die Fachfrau die Spannbreite.
Zuckergehalt durch Regen aber verringert
Während die Regenfälle nach der langen Trockenheit sehr willkommen gewesen sind fürs weitere Wachstum der Rüben, haben sie andererseits deren Zuckergehalt „etwas verwässert“: „Zu Anfang der Kampagne war dieser mit über 19 Prozent sehr hoch, durch die Zunahme der Rübenmasse liegt er inzwischen aber unter 18 Prozent – was etwa dem Durchschnitt entspricht“, erklärte Wendel. Der Verband geht derzeit davon aus, dass die Kampagne – in der Rüben zur Verarbeitung an das Südzucker-Werk in Neuoffstein geliefert werden – bis nach Weihnachten dauern wird.
Rüberanbauer vor vielfältigen Herausforderungen
Die Zuckerrübenanbauer sehen sich aktuell vor vielfältige Herausforderungen gestellt. Dazu zählen dem Verband zufolge neben der „nach wie vor angespannten“ Preissituation und Wettbewerbsverzerrungen auf den Zuckermärkten unter anderem kurzfristige Verbote von Pflanzenschutzmitteln. Diese Verbote würden auch deshalb zu Schwierigkeiten führen, weil Krankheiten und Schädlinge –auch durch Zuwanderung neuer Insekten – zugleich zunähmen. Um den Zuckerrübenanbau und den Verarbeitungsstandort in Rheinland-Pfalz zu sichern, wurde kürzlich in Worms das „NIKIZ“-Projekt gestartet. Die Abkürzung steht für „Nachhaltiges Insekten- und Krankheitsmanagement im Zuckerrübenanbau der Zukunft“.
Bei diesem vom Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer koordinierten und der Europäischen Innovationspartnerschaft Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP-Agri) unterstützten Projekt sollen in Zusammenarbeit mit Vertretern von Forschung, Wissenschaft und Beratung Innovationspotentiale verbunden und genutzt werden. Konkret wolle man unter anderem angesichts neuer Rahmenbedingungen alternative Möglichkeiten suchen, um die Zuckerrüben vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen, und dies in der Praxis erproben.