Rheinland-PfalzPfalz: Die Edelkastanie als Hoffnungsträger im Wald?
Jochen Edinger, Förster im Revier Edenkoben, mit Hündin Elfi neben einer Edelkastanie, die von Rindenkrebs befallen ist. Foto: Sonja Hoffmann
Herbstzeit ist Kastanienzeit: Entlang der Haardt im Pfälzerwald gibt es landesweit einen der größten Edelkastanienbestände. Aber wie wichtig ist die Baumart für die Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz und wie kommt sie mit den Klimaveränderungen klar?
Wer auf der Suche nach Kastanien ist, wird im Forstrevier Edenkoben auch Ende Oktober fündig, wenn sich die Saison dem Ende neigt. Dort liegen die Nüsse noch zahlreich auf dem Waldboden. Das weiß auch Guido Haag. Während viele Sammler die Kastanien wohl kulinarisch verwerten, hat Haag allerdings anderes im Sinn: Der Leiter des Forstreviers Morbach (Landkreis Bernkastel-Wittlich) ist extra aus dem Hunsrück in die Pfalz gekommen, um dort Saatgut für seinen Wald zu suchen. „Wir haben noch ein sehr fichtengeprägtes Revier“, erklärt er. Sein Plan: Der Förster will die wärmeliebende Kastanie gezielt auf einigen Flächen etablieren, um seinen Wald besser für die Zukunft zu rüsten.
Die Japanische Esskastaniengallwespe nistet sich im Blattaustrieb der Kastanie ein. Foto: soma
Im Revier Wallberg bei Deidesheim gibt es viele Edelkastanien.
Förster Robert Kirchner zeigt die Ausbeute: In diesem Jahr sind die Kastanien etwas kleiner geraten als in den Vorjahren. Ein Grund: der trockene Sommer.
Laut Förster Robert Kirchner, der für das Revier Wallberg zuständig ist, sind nahezu alle Kastanien von der Gallwespe befallen.
Die Japanische Esskastanien-Gallwespe zählt weltweit zu den bedeutendsten Schädlingen, die Kastanienbäume befallen.
Ein grünes und ein totes Blatt - beide weisen die Gallen auf, die typisch für die Larven der Gallwespe sind.
Die Larven der Gallwespe verursachen Gallen an den Blättern der Kastanie.
Die Folge: Blätter verkrüppeln und sterben ab.
Die Gallwespe wirkt sich nicht nur auf den Zuwachs der Bäume, sondern auch auf die Ernte aus.
Aus den Kastanien werden in der Pfalz Produkte wie Kastaniensaumagen oder Kastanienbrot hergestellt.
Ein Problem bei der Vermarktung des Kastanienholzes: die Ringschäle. Dabei löst sich stellenweise das Jung- vom Spätholz.
Die Ringschäle macht es schwierig, das eigentlich robuste Kastanienholz zu vermarkten.
Im Forstrevier Edenkoben gibt es noch ein anderes Problem mit den Edelkastanien: der Kastanienrindenkrebs.
Aufreißende Rinde ist ein Anzeichen für den Kastanienrindenkrebs.
Förster Jochen Edinger, der für das Revier Edenkoben zuständig ist, neben einem erkrankten Baum. Neben rissiger Rinde sind auch dünne Wasserreiser, die schnell welken, ein Anzeichen für den Kastanienrindenkrebs.