Rheinland-Pfalz Pfälzer Weltreisender: Walter Schmitt hat alle Länder der Erde besucht

 Da sitzt er beim Essen, mit einem einheimischen Gast: Walter Schmitt auf Sokotra, einer zum Jemen gehörenden Insel, um die 350
Da sitzt er beim Essen, mit einem einheimischen Gast: Walter Schmitt auf Sokotra, einer zum Jemen gehörenden Insel, um die 350 Kilometer von der Küste entfernt. Mit dem Jemen hat Schmitt das letzte der insgesamt 193 Länder der Erde bereist (wir berichteten bereits im Oktober 2016). Im Hauptberuf ist Schmitt Landwirt – und im Ehrenamt Bürgermeister seines Heimatorts Assenheim.

Walter Schmitt aus Assenheim hat ein besonderes Hobby: Er sammelt Länder – mit dem Ziel, alle 193 Staaten dieser Erde zu besuchen. Mit einem Besuch im Jemen hat er es jetzt erreicht. Ein Telefoninterview auf der Rückfahrt vom Flughafen.

Erst mal: Mabrouk, Herr Schmitt, Mabrouk!
(lacht)

Wissen Sie, was es heißt?
Nee…

„Herzlichen Glückwunsch“ auf Arabisch, behauptet jedenfalls das Internet. Wie war’s im Jemen?
Ich war auf Sokotra, einer vorgelagerten Insel, wahrscheinlich eines der letzten Paradiese auf der Erde, allein von der Natur her. Es gibt dort beispielsweise eine Art von Drachenblutbäumen, die nur auf der Insel wächst. 1500, 1800 Jahre alt manche, und es wachsen keine nach, weil die Ziegen alles abfressen. Ansonsten ist der Ort an Stränden und an Natur einfach unglaublich, gibt jede Menge endemische Arten da.

Und wenig Touristen, mutmaßlich...
Touristen waren da in den letzten Jahren gar keine, dieses Jahr gehen die Einheimischen von 1000 Leuten aus. Es gibt halt auch nur einen Flug die Woche, von Kairo über Seiyun im Jemen.

Jemen an sich, das Festland, ist momentan ja kaum zu bereisen: Bürgerkrieg, Cholera, Hunger, Terrorismus…
Richtig, ist sehr schwierig. Es gab Reisegruppen, die von Oman aus eingereist sind, aber ich würde das jetzt nicht empfehlen. Die Bevölkerung auf Sokotra hat sich in den letzten Jahren verdoppelt – weil viele aus den Kriegsgebieten geflohen sind.

Der Jemen war das letzte Land von den 193 Ländern der Erde, die Sie bereist haben. Wie lange hat das jetzt insgesamt gedauert?
Grob 30 Jahre, 29 oder so.

Was waren im Nachhinein die eindrucksvollsten Länder, die, von denen am meisten hängen geblieben ist?
Das waren Länder wie Kolumbien oder Nicaragua, vielleicht sogar der Kongo, der ist mir noch gut in Erinnerung. Sao Tomé, ein Inselstaat, der nicht ganz so leicht zu erreichen ist. Auch die Antarktis, obwohl das kein Land an sich ist, aber das war ein Riesenhighlight.

Und was waren die schwierigsten Länder?
Äquatorialguinea beispielsweise.

Was war daran so schwierig?
Allein das Visum dafür zu kriegen. Auch das Visum für Afghanistan letztes Jahr, das war ziemlich schwer, aber dort war es super.

Afghanistan war super?
Zwei Tage in Kabul und um Kabul, das war ganz toll, aber hinzukommen war schwierig, mit persönlichem Erscheinen in der Botschaft in Berlin und so, man kriegt fast keine Touristenvisa zurzeit.

Die Nachfrage ist wohl auch überschaubar. Zwei Tage in Kabul: Oft sind es ja sehr kurze Reisen…
Kann man so nicht sagen: Ich hab immer so ein, zwei Ziele, die ich (bei längeren Touren, d. Red.) so mitmache. Wenn man drei Länder in 14 Tagen macht, hat man gelegentlich mal eines mit einer Übernachtung mit dazugenommen. Den Tschad beispielsweise, das sind eben Länder, die mehr als schwierig zu bereisen sind.

Jetzt sind die 193 voll. Was kommt jetzt? Die große Leere, die Depression dessen, der schon alles gesehen hat?
Nee, es war jetzt auch nicht so, dass ich wie der Papst den Boden geküsst habe, als ich auf Sokotra war, oder dachte, ich hätte die Goldmedaille gewonnen. Ich hab schon noch einige Ziele, Sachen, die ich noch nicht so intensiv gesehen habe, wenn ich an Kanada oder Alaska denke, beispielsweise. Im Sommer will ich nach Grönland.

Apropos Papst: Werden Sie den Boden in Assenheim küssen, wenn Sie gleich zu Hause sind?
Hhmm…, hab ich jetzt eigentlich auch nicht vor, ich weiß es noch nicht (lacht).

Interview: Daniel Krauser

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