Corona-Krise
Mainzer Bildungsministerin schmiedet Pandemie-Pläne: „Keine Schule wie vor Corona“
Nachdem Bund und Länder sich am Mittwoch auf vorsichtige Lockerungen der Corona-Maßnahmen verständigt haben, laufen die Vorbereitungen für die teilweise Öffnung der Schulen auf Hochtouren. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nannte am Donnerstag in Mainz weitere Einzelheiten. Sie sagte aber auch: „Die Zeit bis zu den Sommerferien wird nicht eine Schulzeit sein, wie sie vor Corona war.“
Wie berichtet, sollen die ersten Schultore bereits am 27. April öffnen. Unterricht gibt es an diesem Tag allerdings nur für junge Leute, die vor dem Abitur oder vor anderen Abschlussprüfungen stehen. Das sind dem Ministerium zufolge 3500 junge Leute an Gymnasien mit achtjähriger Schulzeit (G8) beziehungsweise an beruflichen Gymnasien und insgesamt 32.000 Prüflinge an den Berufsschulen.
Klassen werden halbiert
Am 4. Mai beginnt der Unterricht für 34.000 Grundschüler in der 4. Klassenstufe. Das gleiche gilt für alle Klassenstufen, die im kommenden Schuljahr zu einem Abschluss führen: die Stufen 10 bis 12 in den Gymnasien, die Stufen 11 und 12 in den G8-Gymnasien und in den beruflichen Gymnasien, die Stufen 9 bis 12 in den Gesamtschulen, die Stufen 9 bis 11 in den Realschulen plus sowie die Stufen 9 und 10 in den Förderschulen. Unterrichtsbeginn ist am 4. Mai außerdem für junge Leute im Berufsvorbereitungsjahr. Insgesamt sollen an diesem Tag rund 130.000 der landesweit 520.000 Schülerinnen und Schüler in die Klassenräume zurückkehren. Ob weitere Klassenstufen hinzukommen können, wollen die Regierungschefs am 30. April entscheiden.
Für sie alle gilt allerdings: Die Klassen werden in kleinere Lerngruppen aufgeteilt. Nach den Vorstellungen der Ministerin wird die Hälfte einer Klasse in der Schule unterrichtet, die andere Hälfte wird zuhause mit Lernaufgaben versorgt. In der Woche darauf wird gewechselt. Wie ein solcher Schichtbetrieb im Detail organisiert wird, soll jeweils vor Ort entschieden werden.
Diskussion um Umgang mit Risikogruppen
Ebenfalls noch in der Diskussion ist der Umgang mit Risikogruppen. Hubig versicherte, der Infektionsschutz stehe an erster Stelle. So werde es Regelungen geben für Schüler und Lehrer, die wegen einer Vorerkrankung als besonders gefährdet gelten, schwer von Covid-19 getroffen zu werden. Lehrkräfte über 60 sollen nicht zum Präsenzunterricht verpflichtet werden, wenn sie ein Attest über eine Vorerkrankung vorlegen. Auch für Kinder mit besonders gefährdeten Angehörigen soll es Regelungen geben.
Jede Schule werde einen Hygieneplan bekommen, kündigte die Ministerin an. Darin stehen zum Beispiel Anleitungen für die persönliche Hygiene, für die Lüftung der Klassensäle, die Reinigung der Sanitäranlagen und für das Verhalten bei Krankheitssymptomen. Zwar seien die Schulträger dafür zuständig, aber das Land werde bei der Versorgung zum Beispiel mit Desinfektionsmitteln helfen.
Auch Schülern und Lehrkräften wird das Tragen einfacher Schutzmasken empfohlen, zumindest auf dem Schulweg und in den Pausen. Hubig appellierte an Eltern und Schüler, Masken zu besorgen. In den Schulen werde es allenfalls eine „Notreserve“ geben.