Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Landesdatenschützer Kugelmann nennt Corona-App „hinnehmbar“

Auch als Warnung vor der Corona-Gefahr soll es ab Dienstag eine Handy-App geben.
Auch als Warnung vor der Corona-Gefahr soll es ab Dienstag eine Handy-App geben.

Die neue Corona-Warn-App sei „akzeptabel“. Dies sagt der Landesbeauftragte für den Datenschutz, Dieter Kugelmann.

Anfangs sei das Projekt aus Sicht der Datenschützer „furchterregend“ gewesen, die fertige App nennt Kugelmann „hinnehmbar“. Wie berichtet, soll die App am Dienstag offiziell an den Start gehen. Mit ihr sollen Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Das Programm auf den Smartphones soll mithelfen, dass nach den Lockerungen im öffentlichen Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark ansteigt.

Die Benutzung der App ist freiwillig. Außerdem werden keine Daten zentral gespeichert. Für Kugelmann sind damit aus Sicht der Datenschützer zwei Grundvoraussetzungen erfüllt. Dennoch warnte er vor Sorglosigkeit. Wie jede andere Anwendung auf Smartphones könne auch diese App als Einfallstor für Datendiebstahl und andere Gaunereien missbraucht werden. Kugelmann empfiehlt deshalb generell Antiviren-Programme auch für Mobiltelefone.

Experten: Viele Teilnehmer notwendig

Das Corona-Warn-Programm misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender der App über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Dabei werden stoßweise alle zweieinhalb bis fünf Minuten anonymisierte Identifikationsnummern übertragen. Der Ort der Begegnung wird dabei nicht erfasst. Wird ein Nutzer positiv auf Sars-CoV-2 getestet und teilt er diese Information freiwillig in der App, werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Experten gehen davon aus, dass die neue App ihren Zweck nur erfüllen kann, wenn eine große Anzahl von Leuten die Anwendung herunterlädt und auch regelmäßig benutzt.

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