Rheinland-Pfalz Land bleibt tollwutfrei

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(apk). Der Tollwut-Verdacht in Rheinhessen Mitte April hat sich nicht erhärtet. Der Fuchs, der bei Eckelsheim (Kreis Alzey-Worms) gesichtet wurde und nicht vor Menschen geflohen sein soll, ist wahrscheinlich verschwunden.

Eckelsheim Tollwut ist eine schwere Virusinfektion, die fast ausnahmslos tödlich endet. Der Mensch steckt sich durch Speichelkontakt an – etwa wenn er von einem infizierten Hund oder Fuchs gebissen wurde. Laut dem rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamt mit Sitz in Koblenz ist Deutschland seit 2008 offiziell tollwutfrei, Rheinland-Pfalz schon seit 2006. Ein Land darf den Status „Frei von Tollwut“ erst reklamieren, wenn es zwei Jahre lang ununterbrochen keinen nachgewiesenen Krankheits-Fall mehr gab. Weil viele Menschen die Krankheit und ihre Symptome bei Tieren kennen oder zu erkennen glauben – Speichelfluss, Torkeln, Zutraulichkeit, die in Aggressionen umschlagen kann – , wird immer wieder Alarm geschlagen. Mitte April dieses Jahres berichtete die Polizei, dass ein Fuchs bei Eckelsheim gesehen wurde, der sich auffällig zutraulich verhalten haben soll. Doch der Verdacht auf Tollwut hat sich nicht erhärtet, teilt die Polizeidirektion Wörrstadt mit. Jeder Kadaver eines überfahrenen oder tot aufgefundenen Tiers – ob Fuchs, Waschbär oder Marder – wird zum Landesuntersuchungsamt geschickt. 2013 wurde bei 380 toten Tieren eine Hirnprobe genommen. „Wir hatten das Tier nicht, das bei Eckelsheim gesehen wurde“, bestätigt Pressesprecherin Kerstin Stiefel. Der Fuchs sei wohl nicht mehr gesichtet worden, man könne es zwar nicht ausschließen, aber die Wahrscheinlichkeit der Tollwut sei „sehr gering“. Dass immer wieder auf ein vermeintlich tollwütiges Tier hingewiesen würde, hänge auch damit zusammen, dass die Fuchspopulation dicht sei und jedes Tier sein eigenes Habitat benötige. So zöge es die Tiere mitunter in bewohnte Gebiete, sagt Stiefel. Außerdem mögen Füchse Wärme und blieben dann in der Sonne liegen, wenn sich Menschen nähern. Der letzte tollwütige Fuchs in Rheinland-Pfalz und in Deutschland wurde am 3. Februar 2006 in Nackenheim (Landkreis Mainz-Bingen) gefunden. Die Behörden bleiben wachsam, wenn es um die gefährliche Krankheit geht. „Die Förster sind sensibilisiert“, sagt Stiefel. Und es sei richtig, wenn die Bevölkerung einmal zu viel Alarm schlage als einmal zu wenig. Die richtige Anlaufstelle im Verdachtsfall sei das zuständige Veterinäramt oder die Polizei. Wenn man von einem tollwütigen Tier wie einem Fuchs oder einem Hund gebissen worden sei, solle man so rasch wie möglich einen Arzt aufsuchen. „Je näher die Bissstelle am Hirn liegt, desto schneller muss nachträglich geimpft werden“, erklärt Stiefel. Infiziert wird man aber nicht, wenn das Tier nur über eine gesunde Hautstelle geleckt hat. Theoretisch kann jedes warmblütige Tier das Virus übertragen. In den Jahren 2006 bis 2008 hat Rheinland-Pfalz 1,3 Millionen Euro ausgegeben, um die Tollwut auszurotten. 1,7 Millionen Impfköder für die Tiere wurden flächendeckend per Hand und per Flugzeug verteilt. Obwohl es also seit 2006 keinen nachgewiesenen Tollwut-Fall mehr gegeben hat, ist Wachsamkeit angesagt. Noch 2005 wurden 33 Tiere in Rheinland-Pfalz positiv getestet. Die Tierseuche war damals nach sechs tollwutfreien Jahren erstmals wieder in Rheinland-Pfalz aufgetreten. Sie traf hier auf eine ungeschützte Fuchspopulation, was die Ausbreitung begünstigte. Durch eine sechsmalige Impfung im Abstand von je sechs Wochen konnte die Tollwut so weit zurückgedrängt werden, dass Anfang 2006 die letzten drei von insgesamt 36 Fällen auftraten. Die ersten Feldversuche mit Impfködern in Deutschland gab es zwischen 1983 und 1984 in den Bundesländern Bayern, Hessen und Baden-Württemberg mit präparierten Hühnerköpfen.

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