Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Krankenhaus: Reform am Reißbrett

Alle guten Reformpläne für die Kliniken könnten von der harten Realität überholt werden.
Alle guten Reformpläne für die Kliniken könnten von der harten Realität überholt werden.

Das Gutachten der Kassen setzt einen labormäßigen Reformprozess voraus. Der Umbau der Kliniken im Land wird so aber kaum ablaufen.

Was Professor Boris Augurzky im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen vorgelegt hat, klingt radikal: Fast ein Drittel der Krankenhaus-Standorte in Rheinland-Pfalz sei im Zuge einer Strukturreform verzichtbar, lautet die Kernaussage des Gutachtens. Die Voraussetzung dafür: Die ambulante medizinische Versorgung im Land müsste deutlich besser werden, und Kliniken in einer gewissen räumlichen Nähe müssten sich über eine wirtschaftlich und fachlich sinnvolle Verteilung von Leistungen einigen. Wenn’s klappt: wunderbar! So idealtypisch wird sich die Krankenhauslandschaft allerdings kaum umbauen lassen. Denn: Viele, vor allem kleine Häuser, haben jetzt schon gewaltige finanzielle Probleme, fahren Millionenverluste ein und werden den Strukturwandel möglicherweise nicht mehr erleben. Und was ambulant möglich ist, das hängt nicht zuletzt auch davon ab, ob Fachärzte in ausreichender Anzahl für Praxen oder Versorgungszentren verfügbar sind.

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