Rheinland-Pfalz
Kommentar: Uni-Fusion eine schwere Geburt
Soll der Zusammenschluss ein Erfolg werden, muss das Land mehr Geld geben.
Es war eine schwere Geburt. Im Februar hatte Wissenschaftsminister Wolf seine ursprünglichen Pläne für die Neuordnung der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft öffentlich gemacht. Was folgte war heftige Kritik. Vor allem aus Kaiserslautern blies der Gegenwind: Die gut aufgestellte Technische Uni in der Westpfalz könnte Schaden nehmen, wird sie gezwungen, den überfüllten und chronisch unterfinanzierten Campus Landau unter die Fittiche zu nehmen. Angst vor Nachteilen herrschte auch in Landau. Druck auf den Minister gab es schließlich sogar aus den Reihen der eigenen Partei. Wolfs Vorstellung seiner Pläne geriet zum Desaster, und er selbst spürte die Grenzen seiner politischen Kunst. Es war am Ende wohl die Ministerpräsidentin, welche die Hochschullehrer wieder eingefangen und auf Linie gebracht hat.
Große Änderungen an den ursprünglichen Reformplänen gibt es nicht. Es bleibt dabei: Landau und Kaiserslautern müssen sich zusammenraufen. Die Grundidee der Fusion ist nicht schlecht: Die Westpfälzer TU wird in Verbindung mit den Stärken Landaus breiter aufgestellt. Das Konstrukt der derzeitigen Doppel-Uni war ohnehin längst verkorkst. Allerdings wird die Fusion nur gelingen, wenn das Land auf Dauer bereit ist, mehr Geld zu geben. Eine Fusion, um die Finanzierungslücken in Landau zu kaschieren, wäre schädlich für beide Standorte und das ganze Land.