Corona-Impfungen RHEINPFALZ Plus Artikel Jetzt sind die über 70-Jährigen dran – auch mit Astrazeneca

Hausärzte sollen im März Bettlägerige impfen, einen Monat später dann Patienten in der Praxis.
Hausärzte sollen im März Bettlägerige impfen, einen Monat später dann Patienten in der Praxis.

Während über 80-Jährige und Klinikbeschäftigte der Vorrangstufe eins in Rheinland-Pfalz noch nicht fertig mit den Corona-Impfungen sind, kommt als Nächstes die Altersgruppe 70 plus dran – sowie Bettlägerige zu Hause. Noch offen ist, wann genau im April die Hausärzte allen ihren Patienten die Nadeln verpassen dürfen. Eines darf dabei nicht außer Acht bleiben.

Woche für Woche ist das nun Routine: Seit dem Start der Impfungen in Rheinland-Pfalz Ende Dezember informiert das Gesundheitsministerium regelmäßig über den Stand der Impfkampagne im Land. In der Vergangenheit nutzte Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler zusammen mit Impfkoordinator Alexander Wilhelm (beide SPD) das Forum auch, um dem Bund die Schuld am Vakzin-Mangel und damit dem schleppenden Impfstart zu geben.

Erster Piks für 6,5 Prozent der Rheinland-Pfälzer

Zuletzt verging keine Woche, ohne dass die Ministerin auf den Spitzenplatz von Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich beim Impfen verwies. Wie auch diesen Dienstag. Bislang haben 6,5 Prozent der Rheinland-Pfälzer ihre erste und 3,5 Prozent ihre zweite Impfung bekommen – auch dank der Strategie, keine Dosis zu lagern, sondern sie gleich in die Arme zu bringen. Insgesamt gab es nach Ministeriumsangaben in Rheinland-Pfalz bislang 421.465 Impfungen, davon knapp 280.000 Erst- und 143.000 Zweitimpfungen.

Dass es nicht schneller geht, liegt laut Ministerium einzig und allein – an immer noch zu wenig Impfstoff. Die Ende Februar angekündigte Verdopplung des Impftempos hierzulande scheint nicht umsetzbar. Damals hieß es in Mainz, im März seien rund 350.000 Impfungen möglich. Aktuell wird die Anzahl der verimpften Dosen zwischen 10.100 und 11.900 pro Wochentag angegeben. Das sind bestenfalls rund 240.000 für März. Erst wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe, könnten über 20.000 Dosen Impfstoff täglich genutzt werden. Es sei nicht voraussagbar, wann alle geschützt sein könnten.

Registrieren ab heute

Ab heute können sich jedenfalls alle rund 360.000 Menschen zwischen 70 und 79 für einen Termin registrieren. Für sie starten die Impfungen laut Ministerin ab Mitte/Ende April. Und alle Bettlägerigen über 70 können sich ab dem 22. März bei einem Hausbesuch ihres Arztes gegen das Virus impfen lassen. Von diesem Donnerstag an können sich alle niedergelassenen Ärzte für diese Impfungen registrieren. Rheinland-Pfalz setzt laut Ministerium jetzt auch die von der Ständigen Impfkommission geänderte Empfehlung zum Medikament von Astrazeneca um: Anders als bisher steht es damit allen Altersgruppen offen – auch Senioren wird künftig nicht nur der Stoff von Biontech gespritzt.

Hausärzte: Nachfrage ist immens

Im April sollen dann auch die Hausärzte groß ins Impfen einsteigen – sobald dies auf Bundesebene geregelt ist. Einen Termin gibt es noch nicht, aber auch dann gelte weiter die vorgegebene Reihenfolge nach Priorität. Der Landeshausärzteverband sieht sich gut gerüstet für diese Aufgabe. „Die Nachfrage nach Impfungen ist immens“, sagte Vorsitzende Barbara Römer. Sie erwartet damit eine erhebliche Beschleunigung des Impftempos. Der Impfstoff werde dann von Apotheken geliefert. Die Lagerung von kleineren Mengen sei kein Problem: Astrazeneca sechs Monate bei zwei bis acht Grad und Biontech immerhin fünf Tage lang.

Termin-Registrierung

www.impftermin.rlp.de oder

0800 / 5758100: Mo - Fr, 7 - 23, Sa und So, 10 - 18 Uhr

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