Mannheim
Heimspiel für Apache 207: So war das große Tour-Finale in der SAP Arena
Das Ende der Arena-Tour 2024 des derzeit wohl erfolgreichsten Künstlers Deutschlands beginnt mit einem Knall, mit Feuer. Mit Tausenden tobenden Fans. Und Apache 207, der mit bürgerlichen Namen Volkan Yaman heißt, lässt sich nicht lumpen. Wie auf all seinen Konzerten folgt auch die Show in Mannheim einer Geschichte. Eine Tankstelle ist auf der Bühne nachgebaut, so ähnlich wie bei seinen Open-Air-Konzerten in Mannheim. Auf großen Leinwänden laufen Videosequenzen. Sie zeigen einen gealterten Apache aus der Zukunft , der von seinem Leben erzählt. Um einen „wertvollen Moment der Vergangenheit“ geht es. Er hat eine VR-Brille auf. In der Virtuellen Realität geht es zurück in die Gegenwart. Das Ziel: Das Konzert in der Mannheimer SAP-Arena.
Tosender Applaus hat den 26-Jährigen empfangen, der seit 2017 Musik macht und mit gleich mehreren Liedern Rekorde gebrochen hat. In der ausverkauften SAP-Arena ist beinahe jedes Alter vertreten. Kein Wunder, schließlich hat der Zwei-Meter-Mann mit der langen Mähne und der Sonnenbrille es geschafft, mit seiner Musik gleich mehrere Generationen zu erreichen. Der Sänger, der in Mannheim geboren und in Ludwigshafen aufgewachsen ist, vereint die unterschiedlichsten Genres wie R’n’B, Eurodance, Pop der 1980er-Jahre und Hip-Hop. Das kommt an.
Das volle Programm
Innerhalb kürzester Zeit hat der Pfälzer von Ludwigshafen aus mit seinen Songs den deutschen Musikmarkt eingenommen. Mittlerweile wurden seine Songs auf der Musikplattform Spotify über zwei Milliarden Mal gestreamt. Seine vergangenen Touren und Konzerte waren innerhalb von Minuten ausverkauft – wer ein Ticket will, muss besonders schnell sein und Glück haben.
Beim seinem Tour-Abschluss am Freitag bekommen die Zuschauer das volle Programm. Sowohl musikalisch als auch bühnentechnisch. In dem rund zwei Stunden dauernden Konzert wird alles ausgepackt, was die Pyrotechnik so hergibt: Feuer-Fontänen, Nebel, Konfetti, Luftschlangen und natürlich klassisches Feuerwerk auf der Bühne. Außerdem haben die Zuschauer Armbänder bekommen, die je nach Stimmung im Raum unterschiedlich leuchten. Ein beeindruckender Effekt.
Wer aber meint, Apache würde mit all dem Schnickschnack etwas überdecken wollen, der irrt. Seine Lieder performt er live, a cappella teilweise – und überzeugt die Fans mit seiner unverkennbaren Stimme. Auch die rund 15.000 Zuschauer sind textsicher und singen jedes Lied lautstark mit. Apache freut es. Der selbst ernannte Miroslav Klose des Deutschraps bezieht seine Fans gerne mit ein. Er geht in den Zuschauerraum, macht dort Fotos, gibt Autogramme und holt sich sogar Fans nach oben auf die Bühne. Darunter auch ein Mädchen, das mit ihm zum Song „Bläulich“ in seinem roten BMW über die Zuschauermenge hinweg „fahren“ darf.
Die Nähe zu den Zuschauern ist dem Ludwigshafener besonders wichtig. „Apache bleibt gleich“ – eine Zeile aus seinem Superhit „Roller“ – ist ein Versprechen, das er auch nach Jahren und dem großen Erfolg noch ernst nimmt.
Tatsächlich wird man bei seinen Konzerten das Gefühl nicht los: Der „ Gangster, der ab und an sein Tanzbein schwingt“, wie es in einem Lied heißt, ist längst kein Gangster mehr. Sein Programm jetzt: Familienfreundlichkeit. Vielleicht ist das ja gerade auch sein Erfolgsrezept.
Die Gitarre brennt
Den Höhepunkt der Show markiert neben weiteren Feuerfontänen und einer brennenden Gitarre natürlich sein wohl beliebtester Song „Komet“, 2023 zusammen mit Udo Lindenberg veröffentlicht, der dauerhafteste Nummer-eins-Hit Deutschlands aller Zeiten. Gesungen wird der Part von Lindenberg, wie bei jedem Auftritt von Apache, von einem Zuschauer. Beim Tour-Abschluss in Mannheim ist seine Duettpartnerin eine junge Frau, die hochschwanger auf die Bühne kommt und mit toller Stimme überzeugt.
Zum großen Finale dann singt Apache „Roller“, seinen Großhit, ganz zum Schluss noch eine emotionale Ballade, für die er sein Team auf die Bühne holt. Später geht er selbst noch einmal ins Publikum. Gebuht wird dann aber auch – allerdings nur, weil die Show vorbei ist. Am Ende muss man, ob Fan des Künstlers oder nicht, neidlos anerkennen: Dieser Tour-Abschluss „in der Heimat“, wie er selbst sagt, war eine einzige Party. Einfach grandios.