Corona RHEINPFALZ Plus Artikel Ernste Lage in Pfälzer Krankenhäusern

Pflege eines Beatmungs-Patienten auf der Intensivstation.
Pflege eines Beatmungs-Patienten auf der Intensivstation.

Die beiden großen Krankenhausgesellschaften der Pfalz, das Klinikum Ludwigshafen (Klilu) und das Westpfalzklinikum (WPK), sehen sich in einer angespannten Corona-Situation mit teilweise erreichten Belastungsgrenzen.

„Alle verfügbaren Intensivbetten sind belegt“, meldete das Klinikum Ludwigshafen am Dienstag. Sieben Patienten in Intensiv-Versorgung hätten Covid-19, zwei kämpften noch mit den Nachwirkungen einer Infektion, bekannt als Long Covid. Bei zwei der Patienten seien Lungenentzündungen aufgrund der Covid-19-Erkrankung der Grund für die Intensiv-Behandlung. Der Rest sei „mit und nicht wegen der Infektion“ im Krankenhaus. Die Verläufe der Patienten seien mit der aktuell vorherrschenden Omikron-Variante des Corona-Virus und deren Untervarianten insgesamt weniger schwer als in den vorherigen Varianten. Die Personalsituation sei überall angespannt – „auch bei uns“. Die Betten-Kapazität in Ludwigshafen sei in den konservativen Fächern – also dort, wo nicht operiert wird – „permanent am Limit“.

Die Situation hatte sich schon abgezeichnet. Seit Anfang September war die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz rapide angestiegen. Dabei handelt es sich um die Anzahl der neu ins Krankenhaus eingelieferten Personen mit nachgewiesener Corona-Infektion pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen. Die Hospitalisierungsinzidenz wird für das ganze Land erhoben und vom Landesuntersuchungsamt mitgeteilt. Sie hatte Mitte Oktober einen Höchststand bei 14,65 erreicht, war danach wieder gesunken, steht aber immer noch (Stand Mittwoch) bei 11,53.

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„Wir sind mit unserer Behandlungskapazität am Ende“, heißt es aus dem Westpfalz-Klinikum. „Gerade in unserer Zentralen Notaufnahme, aber auch auf den Intensivstationen können wir die Patientenversorgung – wenn sich die Lage weiter zuspitzt – nur noch kurze Zeit sicherstellen“, lässt sich der Ärztliche Direktor Christian Mönch in einer Mitteilung zitieren. Das Westpfalz-Klinikum mit Häusern in Kaiserslautern, Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen bittet darum, auf Patientenbesuche möglichst zu verzichten und für Behandlungen möglichst auf die niedergelassenen Ärzte und die Ärztlichen Bereitschaftspraxen auszuweichen.

Land: Keine strengeren Regeln

Stand Freitag, 14. Oktober, wurden in Kaiserslautern 67 Patienten behandelt, die mit dem Coronavirus infiziert waren, davon sieben auf Intensiv, in Kusel 41 (zwei intensiv), in Kirchheimbolanden zwei (intensiv: einer) und in Rockenhausen zehn (einer intensiv). Die Intensiv-Betten in Kaiserslautern seien mit 48 von 49 nahezu komplett belegt, in Kusel komplett, dort gibt es 16 Betten. Auch in Kirchheimbolanden und Rockenhausen (jeweils sechs Betten) seien die Kapazitäten erschöpft.

Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium leitet aus der Situation noch keine Notwenigkeit für strengere Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht oder Zugangsbeschränkungen für öffentliche Orte ab. Auch die hohe Hospitalisierungsinzidenz gebe dazu keinen Anlass – es gebe hier „keine festgelegten Schwellenwerte“, wie es früher einmal mit den Ampel-Modellen der Fall war.

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