Rheinland-Pfalz
Corona beim Mainzer Polizeipräsidenten: Zu spät vor Ischgl gewarnt
Wäre er nur eine Woche später aus dem Urlaub in Österreich gekommen, hätte der Mainzer Polizeipräsident Reiner Hamm an der Grenze zu Deutschland den Hinweis gelesen, er möge sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben. So aber fühlte sich der 57-Jährige am Montag vor einer Woche sehr wohl und sehr gesund, als er zum Dienst im Polizeipräsidium erschienen. Österreich stand damals noch nicht auf dem Index.
Zehn Tage später steht fest: Er hat sich im beliebten Feier-Ski-Ort Ischgl, wie so viele, das Virus gefangen. Sofort nachdem die Warnung ausgesprochen war, hat sich Hamm nach den Worten von Rinaldo Roberto, dem Sprecher der Mainzer Polizei, in Quarantäne begeben. Und er hat sich testen lassen. Positiv. Das schlägt auf die Stimmung im Polizeipräsidium, wie die „Allgemeine Zeitung“ berichtet.
Sitzungen mit vielen Teilnehmern
Denn in dieser einen Woche habe es eine Reihe von Sitzungen und Besprechungen gegeben, an denen viele Menschen teilgenommen hätten. Aus Hamms Umfeld sei niemand bisher positiv auf das Virus getestet worden, bei einigen stehen die Ergebnisse noch aus, sagte Roberto. Gleichwohl gebe es Corona-Fälle im Präsidium, die aber nicht aus Kontakten mit Hamm rühren könnten. Der Polizeipräsident selbst und die Kontaktpersonen seien in Quarantäne, die Führung des Präsidiums bleibe gewährleistet: „Die Abläufe sind nur aufwendiger geworden“, schränkt der Sprecher ein. Telefonkonferenzen seien doch nicht mit den Besprechungen zu vergleichen, bei denen alle an einem Tisch sitzen.