Rheinland-Pfalz Binnenschiffer: „Engpässe beseitigen“

«Mannheim/Duisburg.» Die Unternehmen der Binnenschifffahrt dringen angesichts der gravierenden Folgen des Niedrigwassers auf den Ausbau und die Modernisierung der Wasserstraßen. „Die Verbesserung der Infrastruktur darf nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden“, sagte Fabian Spieß, Referent des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB).
Wenn die Verkehrswende hin zu mehr Nachhaltigkeit wirklich gewünscht sei, müssten Fahrrinnen vertieft, Schleusen in Stand gehalten sowie Engpässe beseitigt werden, so Spieß. Die Schifffahrt habe als einziger Verkehrsträger freie Kapazitäten. Die niedrigen Pegelstände haben zu deutlichen Einbußen beim Gütertransport geführt. Einige Konzerne wie BASF hatten deshalb auch Produktionsprobleme. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt rechnet für dieses Jahr mit einem erheblichen Rückgang der transportierten Gütertonnen auf dem Rhein. Existenzbedrohlich ist die Lage laut BDB für die Binnenschiffer aber nicht. Laut dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) hat das Niedrigwasser deutschlandweit Schäden von mehreren Milliarden Euro verursacht. Die Engpässe im Wasserstraßen-Netz seien schonungslos aufgedeckt worden. Umso dringlicher sei die Rhein-Vertiefung zwischen Mainz und Sankt Goar. Laut Generaldirektion ist diese im Bundesverkehrswegeplan 2030 mit 60 Millionen Euro verankert und in der Planung. Der BDB nannte als weiteres unverzichtbares Vorhaben die Vertiefung der Fahrrinne im Niederrhein. Die Generaldirektion sieht die Rhein-Schifffahrt durch wachsenden Verkehr, größere Schiffe und rückläufige Lagerkapazitäten bei den Verladern anfälliger gegenüber längeren Niedrigwasser-Phasen. „Um sich zukünftig darauf vorzubereiten, bedarf es neuer Überlegungen nicht nur bei der Infrastruktur, sondern bei allen Partnern in der Logistikkette“.