Rheinland-Pfalz Babymord-Prozess: Neue juristische Attacke auf Richter

«Frankenthal.» Im Frankenthaler Babymord-Prozess hat erneut ein Anwalt gefordert, dass der Vorsitzende Richter Alexander Schräder wegen Befangenheit ausgetauscht werden soll. Diesmal kommt der Antrag von einem Juristen, der in dem Verfahren auf so scharfe Attacken bisher verzichtet hatte.

Bislang war es der Verteidiger des Angeklagten, Alexander Klein, der immer wieder den Austausch des Vorsitzenden Richters forderte. Zuletzt hatte er Schräder mit solchen Anträgen attackiert, weil der Termine an Tagen angesetzt hatte, an denen auch im BASF-Prozess verhandelt wird. Dort vertritt der Ludwigshafener Anwalt die Eltern eines Feuerwehrmanns, der bei der Explosionskatastrophe ums Leben kam. Doch der Chef-Richter beharrte auf seiner Planung – und Klein auf seinem Standpunkt: Er ging einfach in den anderen Verhandlungssaal, als es im Februar zur ersten Überschneidung kam. Weil ohne Verteidiger im Babymord-Fall nicht prozessiert werden kann, mussten die Richter dort daraufhin eine Zwangspause einlegen. Und anschließend hat ihr Vorsitzender alle Termine gestrichen, die mit dem BASF-Prozess kollidieren. Doch genau damit hat er sich jetzt den Zorn des Opfer-Anwalts eingehandelt, der in dem Verfahren um den gewaltsamen Tod der wenige Wochen alten Senna in Frankenthal deren Mutter vertritt. Frank Peter sagt: Schräder treibt den Prozess nicht mit dem nötigen Nachdruck voran und muss deshalb ausgetauscht werden. Dessen Richter-Kollegen müssen nun entscheiden, ob er weitermachen darf. Opfer-Anwalt Peter erinnert derweil an eine Forderung, die er im Januar 2018 erhoben hatte: Damals hatte er empfohlen, Klein sicherheitshalber noch einen zweiten Verteidiger zur Seite zu stellen, damit zur Not auch ohne ihn weiterverhandelt werden kann.

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