Anlagebetrug
Mindestens sieben Opfer aus Rheinland-Pfalz
So viele Geschädigte haben sich zumindest bisher aus diesem Bundesland bei den Behörden gemeldet, informierten die Generalstaatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium am Freitag in Koblenz auf Anfrage. In ganz Deutschland seien über 100 Opfer bekannt, weltweit dürften es mehrere Tausend sein. Die deutschen Fälle würden in dem bei der rheinland-pfälzischen Landeszentralstelle Cybercrime anhängigen Verfahren bearbeitet.
Hohe Kursgewinne gab es nur virtuell
Wie bereits berichtet, sollen nach den Erkenntnissen der Ermittler die Betrüger ihren Opfern Investitionen in Termingeschäfte, Kryptowährungen und ähnliche Finanzprodukte als nahezu risikolos empfohlen haben. Im Internet sollen die Tatverdächtigen den Anlegern hohe Kursgewinne vorgegaukelt haben. Tatsächlich habe es diese Geschäfte aber nicht gegeben. Vielmehr hätten sich die Kriminellen die ihnen anvertrauten Gelder selbst in die Tasche gesteckt. Wer sich allerdings die vermeintlichen Gewinne auszahlen lassen wollte, dem sei mitgeteilt worden, dass man leider gerade einen Totalverlust erlitten habe.
Deutsche Anleger um acht Millionen Euro geprellt
Bisher steht nach Überzeugung der Ermittler fest, dass die Bande weltweit einen Schaden von rund 30 Millionen Euro angerichtet hat, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz auf Anfrage informierte. „Davon entfallen mindestens acht Millionen Euro auf deutsche Anleger.“
Schaden könnte noch viel höher ausfallen
Dabei könnte es sich aber womöglich nur um die Spitze des Eisbergs handeln. Denn die Ermittler haben bei den Tatverdächtigen einen Umsatz von insgesamt 150 Millionen Euro festgestellt. Zwar müsse Umsatz und Schadensumme nicht zwangsläufig identisch sein. Aber: In welchem Umfang der festgestellte Umsatz als Schaden für die Anleger eingestuft werden müsse, „kann erst nach Auswertung aller Daten gesagt werden“.