Kunst Zeichnungen: „Vom Zauber der Handbewegung“
Mit der Ausstellung „Vom Zauber der Handbewegung“ begibt sich das Museum Pfalzgalerie auf ein weites Feld. Denn in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts kann die Arbeit auf Papier so vieles sein: spontane, später vielleicht mal in einem Gemälde verwertbare Notiz wie bei Max Slevogts flüchtig skizzierter „Sitzender Frau“ (um 1889). Oder ganz eigenständiges, für sich stehendes Werk wie im Fall von Otto Dix’ aquarellierter „Penne“ (1923), Michael Klipphahns „Flagge“ (2015) und Thomas Müllers blauer Kugelschreiber-Ziehharmonika aus dem Jahr 2021. Die Zeichnung kann zur Karikatur tendieren – wie in Thomas Theodor Heines sarkastischem Blatt zur Kunstdoktrin der Nazi-Diktatur. Oder sie kann, wie bei Franz Bernhard, das Formeninventar eines Bildhauers im Zweidimensionalen durchspielen.
Schönes Blatt von Pablo Picasso
Alle Exempel stammen aus den Beständen der Pfalzgalerie. Die stilistische Vielfalt erstreckt sich vom deutschen Impressionismus über die Neue Sachlichkeit bis hin zum informellen Gewusel farbiger Fettkreiden. Auch von Pablo Picasso ist ein schönes Blatt zu sehen. Der mit Ölkreide und Tusche überarbeitete Farblinolschnitt von 1963 zeigt eines jener Sujets, die Picasso im Lauf seines Schaffens immer wieder aufgriff und variierte: der Maler und sein – natürlich weibliches und nacktes – Modell; Atelier-Erotik in einer Fusion aus Kubismus, Surrealismus und Neoklassizismus.
Begleitet wird die Ausstellung von einem Katalog, der 160 Zeichnungen aus der Graphischen Sammlung der Pfalzgalerie vorstellt.
Info
„Vom Zauber der Handbewegung: Eine Geschichte der Zeichnung im 20. und 21. Jahrhundert“ – 12.3. bis 8.5., Kaiserslautern, Museum Pfalzgalerie, Museumsplatz 1; geöffnet: Di 11-20 Uhr, Mi-So 10-17 Uhr; Eröffnung: Fr 11.3., 19 Uhr; www.mpk.de
