Monumentale Filmkunst „When We Are Gone“: Julian Rosefeldt in der Völklinger Hütte
Rosefeldt, 1965 in München geboren, ist bekannt für komplexe, raffiniert und opulent inszenierte, nicht selten surreal anmutende filmische Erzählungen mit Musik, Tanz und Brüchen in der Illusion. Zur Völklinger Auswahl gehören unter anderem Rosefeldts jüngste Arbeiten „Euphoria“ und „Penumbra“. „Euphoria“, gedreht an Schauplätzen in New York, Kiew und Sofia, ist ein knapp zweistündiger Spielfilm-Essay über den Kapitalismus.
Philosophieren über Ökonomie
Marginalisierte Figuren unserer Gesellschaft – ein Taxifahrer, fünf Obdachlose und drei Arbeiterinnen in einem Logistik-Zentrum – diskutieren auf philosophischem Niveau ökonomische Fragen. Aber auch eine Bank, in der alles außer Kontrolle gerät, und ein zynischer Tiger, der durch einen leeren Supermarkt schleicht und irgendwann zu sprechen und zu singen beginnt, bilden Sequenzen dieser neuen Multi-Screen-Installation. In „Penumbra“ indes reflektiert Rosefeldt den schädlichen Einfluss des Menschen auf die Erde, indem er hier ein Zukunftsszenario nach dem Anthropozän entwirft.
„Szenen aus Goethes Faust“
Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“, eine Art weltliches Oratorium, liefern den Soundtrack zu dystopischen Wüstenlandschaften mit ruinösen Megacities, wobei der 85-minütige Film schließlich in einen meditativen Zeitlupen-Rave mündet. Unter den weiteren Filmkunstwerken, die in Völklingen zu sehen sind, findet sich auch „Deep Gold“, Rosefeldts Hommage an Luis Buñuel und die Zwanzigerjahre. Geöffnet: Mo-So 10-18 Uhr; voelklinger-huette.org.
