Albumtipp Weltmusik: Flamenkora mit Jazz-Trompeter Volker Goetze
Afrikanische Kora plus Flamenco-Gitarre plus Jazz-Trompete gleich „Flamenkora“: Diese Rechnung geht auf. Was nach einer wilden Mischung klingt, ist das wunderbare Werk eines außergewöhnlichen internationalen Trios, das sich gesucht und gefunden hat. Die Gegensätze ergänzen sich zu einer sanften und stimmungsvollen, mal zutiefst melancholischen, mal sonnig freundlichen Melange handgemachter, von Jazz geprägter Weltmusik.
Jazz-Trompete, Kora und Flamenco-Gitarre
Alle drei sind versierte Profis ihres Fachs: Der in Bergisch-Gladbach geborene Jazz-Musiker, Komponist und Filmemacher Volker Goetze studierte Trompete in Köln und New York, wo er inzwischen auch lebt. Goetze hat das Album produziert. An der Kora ist der senegalesischstämmige Ali Boulo Santo Cissoko an Bord, der das traditionelle Instrument seiner Heimat beherrscht wie kaum ein Zweiter. „The King of Kora“ lebt in Paris und arbeitete unter anderem mit Omar Sosa, Trilok Gurtu und Youssou N’dour zusammen. Für „Flamenkora“steuert er auch den afrikanisch geprägten Gesang bei. Dazu gesellt sich mit dem Gitarristen Alejandro Moreno aus Madrid ein Schüler des Flamenco-Meisters Enrique Vargas. Moreno arbeitete ebenfalls mit großen Namen zusammen, darunter Luis Peña.
Spanische Skizzen mit dem Spirit des Jazz
Die Lieder seien gleichsam spanische Skizzen, gezeichnet auf afrikanische Weise und versehen mit dem Spirit des Jazz: Auf diesen Nenner bringt Volker Goetze selbst den Stil des Albums. Alles verbindet sich – bis auf ein dissonantes Ausrufezeichen im Intro des letzten Stücks „Toumaranke Ya“ – sehr harmonisch zu einer Musik, die Balsam für die Seele ist. Flamenkora vermag Ruhe in eine laute, aufgewühlte Zeit zu bringen, ist dabei aber alles andere als langweilig.
Flamenkora, CD 19,99 Euro, digitales Album/Info: motema.com/ releases, volkergoetze.com
