Kunst und Umwelt: »Artists for nature« Visuelle Alarmrufe
Betty Beier (Rohrbach) etwa konserviert quadratmetergroße Boden- und Wandstücke bedrohter wie zerstörter Landschaften aus aller Welt, um die Erhabenheit natürlicher Lebensräume ebenso aufzuzeigen wie den zerstörerischen Einfluss des Menschen. Mit ihrer „Erdkugel“ schafft wiederum Gabriela Oberkofler (Stuttgart) einen Mikrokosmos, der Nutzpflanzen und Wildkräuter vereint. Auf dem Rasen vorm mpk verweist das Werk auf das Archiv, in dem Oberkofler Samen bedrohter Pflanzenarten bewahrt. Im Innenraum komplettiert eine Installation das Gesamtkunstwerk. Julius von Bismarck (Berlin) zeigt Filmstills als Fotoserie in Schwarz-Weiß, die dem Phänomen eines Hurrikans auf der Spur sind und gespenstische Atmosphären festhalten. Lukas Marxt (Köln) beschäftigt sich in seinen Videoarbeiten unter anderem mit Umweltschäden und der Zerstörung von Landschaften durch extreme Eingriffe des Menschen in die Natur.
Der Münsteraner Fotograf Thomas Wrede führt in monumentalen Arbeiten das Abschmelzen alpiner Gletscher vor Augen, ebenso verzweifelte Versuche, dem entgegenzuwirken. Brennende Wälder rückt Johanna Reich (Köln) in ihrer Fotoserie „Petrarca’s View“ ins Bild. Mit „Lightscans“ – von ihren Fotos fertigt sie Polaroids an, die sie während der Entwicklung scannt – „schafft die Künstlerin eine ambivalente Atmosphäre zwischen visionärer Entrücktheit und realer Katastrophe“, so das mpk. Eine raumfüllende Brachlandschaft von Stefan Vogel (Leipzig) fasst das Panorama in Bildern von Verlassenheit und Zerstörung zusammen. Sprachliche Versatzstücke ergänzen das Szenario dieser „Gebrache“, wie Vogel seine Räume nennt.»
Info
Artists for nature«, Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern, bis 24.9.; Vernissage: Fr 5.5., 19 Uhr; geöffnet: Di 11-20, Mi-So 10-17 Uhr; www.mpk.de;