Kochbuchtipp Tim Mälzer kocht einfach (und) gut: Alltagstaugliche Rezepte des TV-Kochs

Bekannt als TV-Koch, der sich gerne Herausforderungen stellt: Tim Mälzer.
Bekannt als TV-Koch, der sich gerne Herausforderungen stellt: Tim Mälzer.

Tim Mälzer hat Deutschlands Kochgewohnheiten umgekrempelt. TV-Koch, Gastronom, Buchautor und Unternehmer – er ist ein medialer Star am Herd. Sein lässiger Kochstil spiegelt sich auch in seinen Rezepten. Drei Beispiele aus seinem neuen Kochbuch.

Im Sommer 2006 lernte der Hamburger Musiker und Autor Thees Uhlmann (Tomte) Tim Mälzer auf einer Kinderveranstaltung zur Fußball-Weltmeisterschaft kennen. Seine Erinnerung an das erste Treffen hat Uhlmann aufgeschrieben: „Tim Mälzer war damals schon einer der berühmtesten 25 Deutschen und blödelte dort mit den Kinder rum, als wäre er ihr großer Cousin“. Er erinnere sich daran, so Uhlmann, weil sie beide Freunde geworden seien. Uhlmann habe aber schon da gedacht: „Mann ist der nett. Der ist ja so, wie man sich das vorstellt.“

Kulinarische Alltagsbeobachtungen von Thees Uhlmann

Die Anekdote findet sich – neben unterhaltsamen „kulinarischen Alltagsbeobachtungen“ des Singer-Songwriters – passenderweise in einem Kochbuch, nämlich dem von Tim Mälzer selbst.

Mälzers Erfolg hält bis heute an. Im Fernsehen und auf der Bühne stellt er sich seit einer Weile unter dem Motto „Kitchen impossible“ Herausforderungen, was seinen Bekanntheitsgrad noch gesteigert hat. Das Kochbuch hingegen ist angenehm geerdet, die Rezepte unkompliziert. Es wird seinem Titel „Vierundzwanzigsiebenkochen“ unbedingt gerecht. Mälzer setzt gezielt auf das Einfache, wie er in seinem Vorwort betont. „Die eigene Küche ist für mich kein Ort, an dem man sich verkünsteln und mit anderen messen sollte“, sagt Mälzer. „Zu viel auf einmal zu wollen führt in der Regel zu Stress. Trends nachzuhecheln ebenso.“ Und so widmet der 53-Jährige sich bei seiner Rezeptauswahl denn auch unkompliziertem Essen, sprich: einer Alltagsküche, die einem allerdings „nicht alltäglich vorkommt.“

Tim Mälzer gibt Alltäglichem das gewisse Etwas

Mett wird beispielsweise zum Frühstück als hübsches Igelchen serviert, weitere Frühstücksrezepte berücksichtigen internationale Vorlieben. Belegten Broten und raffinierten Sandwiches sind ebenso ein Kapitel gewidmet wie aufgepeppten Pastagerichten, heimeligen und exotischen Kartoffelspezialitäten sowie schnellen Suppen und Eintöpfen. Vegetarisches wie gegrillter Radicchio, Ofenmöhren und salzgebackener Sellerie finden sich beispielsweise in der „Grünen Kiste“. Fisch, Fleisch sowie Süßes und Desserts ergänzen die abgebildete Bandbreite. Origineller „Rauswerfer“: Waldmeister-Wackelpudding. Manches Rezept katapultiert eben auch den Leser zurück in die Kindheit.

Rezepte für (fast) jede Lebenslage: Kleine Auswahl aus „24/7-Kochen“ von Tim Mälzer

Tagliatelle mit Garnelen-Bolo

Klassiker mal anders: Garnelen-Bolo.
Klassiker mal anders: Garnelen-Bolo.

Zutaten für vier Portionen:

16 Garnelen mit Kopf und Schale, 4 Knoblauchzehen, 10 g Ingwer, 1 Stiel glatte Petersilie, 8 El Olivenöl, 1,5 EL Tomatenmark, 150 ml trockener Weißwein, 4 Stiele Basilikum, ½ TL Fenchelsaat, 1 Streifen Bio-Zitronenschale, 12 Kirschtomaten, ½ rote Pfefferschote, Salz, Pfeffer, 400 g Tagliatelle, 1 EL kalte Butter, 1 TL abgeriebene Zitronenschale

Zubereitung:

Garnelen schälen und Köpfe abtrennen. Garnelenschalen und Köpfe grob klein schneiden. Knoblauchzehen andrücken. Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. Petersilie hacken. 3 EL Öl erhitzen. Garnelenschalen und -köpfe darin 3-4 Minuten unter Rühren anrösten. Tomatenmark zugeben und 5 Minuten mitrösten. Mit Wein ablöschen, fast vollständig einkochen lassen. 2 Stiele Basilikum, Fenchelsaat und Zitronenschale zugeben, knapp mit kaltem Wasser bedecken und offen aufkochen. Dann bei milder Hitze 10 Minuten ziehen lassen.

Inzwischen die Garnelen entdarmen und mittelfein hacken. Tomaten, Pfefferschote und restlichen Knoblauch getrennt klein hacken.

Sauce durch ein feines Sieb passieren.

4 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Gehackte Garnelen krümelig braten. Knoblauch und Pfefferschoten zugeben und 1-2 Minuten unter Rühren mitbraten. Tomaten und 300 ml Garnelenfond zugeben und bei mittlerer Hitze 8-10 Minuten sämig einkochen lassen, salzen und pfeffern.

Pasta bissfest garen, in ein Sieb abgießen und dabei 150 ml Nudelwasser auffangen. Pasta, Butter und Zitronenschale zur Sauce geben, gegebenenfalls etwas Nudelwasser zugießen und 1-2 Minuten unter Rühren fertig garen. Mit dem restlichen Öl beträufeln und mit Basilikum bestreut servieren.

Tipp: Restlichen Garnelenfond fürs nächste Mal einfrieren.

Rahmgeschnetzeltes vom Kalb

Passt zu Rösti: Rahmgeschnetzeltes.
Passt zu Rösti: Rahmgeschnetzeltes.

Zutaten für vier Portionen:

400 g Champignons, 1 Zwiebel, 1 Bund Schnittlauch, 400 g Schlagsahne, 500 g Kalbsgeschnetzeltes, aus der Keule, 50 g Mehl, 5 EL neutrales Öl, 2 EL Butter, Salz, Pfeffer, 100 ml trockener Weißwein, 1 Spritzer Zitronensaft

Zubereitung:

Champignons putzen und je nach Größe vierteln oder halbieren. Zwiebel fein würfeln. Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Sahne halbsteif schlagen.

Fleisch in Streifen schneiden und in Mehl wenden. 3 EL Öl und 1 EL Butter in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen. Fleisch darin in 2 Portionen 2-3 Minuten bei starker Hitze hellbraun anbraten. Mit Salz würzen und herausnehmen.

2 EL Öl und 1 EL Butter in die Pfanne geben und erhitzen. Champignons und Zwiebeln darin 5 Minuten braten. Dabei mit Salz und Pfeffer würzen. Weißwein und 100 ml Wasser zugeben und 4-5 Minuten einkochen lassen. Das Fleisch und 2/3 der Sahne zugeben und 2-3 Minuten kochen lassen. Die Pfanne vom Herd nehmen, mit Zitronensaft und Salz abschmecken und die restliche Sahne unterheben.

Mit Schnittlauch bestreuen und sofort servieren.

Minutensteak-Sandwich mit Kräuter-Salsa

Schnelle Zwischenmahlzeit: Minutensteak-Sandwich.
Schnelle Zwischenmahlzeit: Minutensteak-Sandwich.

Zutaten für vier Portionen:

1 Bund glatte Petersilie, 1 Bund Koriander, 4 Stiele Minze, 1 Knoblauchzehe, 2 Frühlingszwiebeln, 2 EL Kapern, 2 Sardellen in Öl, 12 EL Olivenöl, 4 EL Rotweinessig, 1 EL getrockneter Oregano, Salz, Pfeffer, 8 Roastbeef-Minutensteaks à 80 g, 4 rote Zwiebeln, 1 rote Paprika, 1 Baguette.

Außerdem Dry Rub: ½ TL schwarze Pfefferkörner, ½ TL Koriandersaat, 1 TL getrockneter Thymian, je 1 TL brauner Zucker und Salz fein mörsern, 1 EL Paprika edelsüß, ½ TL Cayennepfeffer, 1 TL Zwiebelpulver und 1 TL Knoblauchpulver untermischen.

Zubereitung:

Für die Salsa Petersilie und Koriander mit den zarten Stielen grob hacken. Minzblätter grob hacken. Knoblauch fein hacken. Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Kapern und Sardellen fein hacken. Alles mit 6 EL Öl und Essig verrühren und mit Oregano, Salz und Pfeffer würzen.

Fleisch rundherum mit Dry Rub bestreuen. Zwiebeln und Paprika in dünne Streifen schneiden. 3 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln und Paprika darin 10-15 Minuten weich schmoren, salzen, pfeffern. Baguette in 4 Stücke teilen, waagrecht halbieren, nach Bedarf aufbacken. Steaks im restlichen Öl portionsweise bei starker Hitze 1-2 Minuten auf jeder Seite braten. Baguettescheiben mit Gemüse und Steaks belegen, mit der Salsa beträufeln und sofort servieren.

Quelle und Bibliographie: Tim Mälzer: „Vierundzwanzigsiebenkochen“, mit einem Gastbeitrag von Thees Uhlmann, Mosaik Verlag, 2023, 272 Seiten, 28 Euro

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