Ab 12. Juni Open-Air-Theater: „Kalter weißer Mann“ in Freinsheim
Die Grillsaison 2026 begann im Januar: Im Kinofilm „Extrawurst“ streiten die Mitglieder eines Vereins ausgiebig darüber, ob aus religiösen Gründen ein zweiter Rost für eine einzige Person angeschafft werden „muss“. Die Komödie über Mehr- und Minderheiten, über Religion und (In-)Toleranz machte Kasse. Ihren Siegeszug hatte die munter eskalierende Geschichte aus der Feder von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob ursprünglich im Theater angetreten. Der zweite Bühnenerfolg des Duos ist nun in Freinsheim zu sehen: „Kalter weißer Mann“ hat am Freitag, 12. Juni, im „Theatersommer“ der Stadt Premiere als Open-Air-Stück.
Vor dem Casinoturm an der historischen Stadtmauer werde gespielt, „bis die Urne wackelt“, so die Ankündigung. Die Gesellschaftskomödie, in der eine Trauerfeier aus dem Ruder läuft, reize zum Lachen, lade aber auch zum Nachdenken darüber ein, „wie wir heute miteinander umgehen“. Betrauert werden soll, so will es die Geschichte, der Tod eines hochbetagten Firmenchefs. Pfarrer, Blumenschmuck, dunkel gekleidete Gäste – alles wie gemeinhin bekannt. Bis sich eine der Anwesenden über den Text auf der Schleife ärgert: „In tiefer Trauer – die Mitarbeiter“ steht da. Diese Formulierung schließe die Frauen aus, ist sie sich sicher. Ein kleiner Satz mit großer Wirkung! „Kalter weißer Mann“ rückt mit dem Gendern ein Thema unterhaltsam in den Mittelpunkt, das schnell polarisiert. Aber auch Sexismus, „Wokeness“ und Generationenkonflikte werden kämpferisch verhandelt, ist doch der neue Chef ebenfalls nicht mehr der Jüngste. In Freinsheim führt Anja Kleinhans, die Leiterin des Theaters der Liebe (vormals „Theader“), Regie und spielt auch mit. In die weiteren Rollen schlüpfen Svenja Reinhardt, Uwe Heene, Coralie Wolff, Dieter Malzacher und Hagen Lutz.
Komödie: „Kalter weißer Mann“, Freinsheim, Wiese vor dem Theater der Liebe (Casinoturm), Premiere: Fr 12.6. (ausverkauft); 13.,18.-20., 25.-27.6., 19.30 Uhr; www.theaterderliebe.de
