Geschichten & Rezepte RHEINPFALZ Plus Artikel Hochwertige Kochbücher mit Mehrwert im Trend

Typisch Jerusalem: Hummus Kawarma, Hummus mit Lamm und Zitronensauce.
Typisch Jerusalem: Hummus Kawarma, Hummus mit Lamm und Zitronensauce.

Coffee Table Book. So werden hochwertige informative Bildbände rund ums Thema Essen genannt. Mit solchen Kochbüchern kann man Eindruck schinden, auch wenn man gar nicht kochen will. Was es damit auf sich hat und empfehlenswerte Titel.

Lesen ist immer gut, kochen auch. Lesen und danach kochen ist noch besser. Mit den meisten Kochbüchern sollte das auch gut klappen, und die sind in der Regel in den Haushalten mehr oder weniger reichlich vorhanden. Viele enthalten Rezeptsammlungen, die es selbst Ungeübten durchaus ermöglichen, einzelne Gerichte oder gar ganze Menüs zuzubereiten. Doch mitunter lässt sich der Wert eines Kochbuches auch daran messen, wo es im Haushalt zu finden ist. Wenn es zum Beispiel im Wohnzimmer steht, handelt es sich vermutlich um ein sogenanntes Coffee Table Book. So werden hochwertige informative Bildbände rund ums Thema Essen genannt. Mit solchen Kochbüchern kann man Eindruck schinden, auch wenn man gar nicht kochen will: Sie können dekorativ platziert werden – egal ob auf der Anrichte oder auf dem Couchtisch. So manches Kochbuch kommt heute als visuelles (Kunst-)Werk daher, das auch als Geschenk erfreut. Die ausgewählten Exemplare dieser Seite sind so einfallsreich und ansprechend gestaltet, dass sie sich als geschmackvolles Beiwerk in jedem Regal gut machen und garantiert bei jedem ankommen.

Von Shakshuka, A’ja und Mutabbaq: Jerusalem“ von Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi

Auch wenn Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi beide in Jerusalem aufgewachsen sind: Sie kommen doch aus unterschiedlichen Kulturen – Ottolenghi nämlich aus dem jüdischen Westen, Tamimi aus dem muslimischen Osten. Kennengelernt haben sie sich jedoch nicht in ihrer Heimatstadt, sondern erst 30 Jahre später, in London. Dort kauften sie auf denselben Märkten die Zutaten für ihre frische und aromatische Küche ein, dort schrieben sie Kochbücher und dort betreiben sie noch heute gemeinsam ein Restaurant und einige Coffeeshops. Und dort kochten sie unterschiedliche Gerichte. Für „Jerusalem“ jedoch haben sie 126 Rezepte zusammengestellt.

Rezepte aus der Kindheit

Rezepte aus ihrer beider Kindheit, einerseits mit traditionellen Speisen, die vollkommen unverändert geblieben sind, und andererseits mit Klassikern, die sie neu interpretierten, die sie der heutigen Zeit und ihrem eigenen Geschmack angepasst haben. Eingeteilt haben sie ihre farbenfroh bebilderten 320 Seiten in zehn Kapitel – Gemüse, Hülsenfrüchte & Getreide, Suppen, Gefülltes, Fleisch, Fisch, pikantes Gebäck, Süßes & Desserts, kleine Extras. In der Einleitung betonen sie das bunte kulinarische Mosaik quer durch all die Kulturen und Gruppen, die Jerusalem bevölkern. Kann es da das eine Jerusalem-Kochbuch geben? Auf den ersten Blick nicht, auf den zweiten schon: Den Salat aus gehackten Gurken und Tomaten gibt es auf allen Tischen, ebenso gefülltes Gemüse mit Reis oder Reis und Fleisch. Alle Rezepte begleiten kurze Infos zur Herkunft. Für A’ja, die Brotfrikadellen lybischer Art, verarbeitet man Brotreste, das tunesische Shakshuka erfreut als herzhaftes Frühstück oder Mittagessen. Und Mutabbaq, ein knusprig gefülltes Gebäck aus Filoteig, gibt es nur in bestimmten Geschäften der Familie Zalatimo.

Einblick in Schmelztiegel der Kulturen

Insgesamt ist „Jerusalem“ ein Buch, das dank köstlicher Rezepte, interessanter (Alltags-)Geschichten sowie großformatiger stimmungsvoller Fotos einen wunderbaren, eindrucksvollen Einblick in diesen kulturellen Schmelztiegel bietet.

Info

Yotam Ottolenghi, Sami Tamimi: »Jerusalem. Das Kochbuch«, DK Verlag Dorling Kindersley 2020 (22. Auflage), 320 Seiten, 29,95 Euro

Klassiker fürs Fernweh: „Paris, je t’aime“ von Svenja Mattner-Shahi und Britta Welzer

Eiffelturm, Arc de Triomphe, Champs-Élysées, Louvre, Montmartre mit Sacré Coeur, Place des Vosges, Notre Dame, Friedhof Père Lachaise, Grande Arche ...: Paris ist aufgrund seiner Attraktionen immer eine Reise wert Überaus reizvoll sind jedoch auch kulinarische Streifzüge durch die „Stadt der Liebe“. Dorthin entführen die Schwestern Svenja Mattner-Shahi und Britta Welzer mit ihrem Reisekochbuch „Paris, je t’aime“. Mit 100 Rezepten aus der traditionellen und modernen Pariser Küche sowie in acht Themenkapiteln führen die beiden auf genussvolle Weise durch die Metropole an der Seine.

Von „Kleinigkeiten zum Frühstück“ bis zum Dessert

Dabei beginnen sie im 1. Arrondissement mit den „Kleinigkeiten zum Frühstück“ (etwa karamellisierte Grapefruit mit Zimtsahne) und arbeiten sich zum Mittagessen zur Bistroküche (etwa Tarte mit Époisses, Schinken, Äpfeln) vor. Weiter geht’s über das 3. Arrondissement und „Süßes am Nachmittag“ (etwa Flan parisien) zu „Apero – bevor es zum Abendessen geht“ mit Terrine de Canard und Brie im Blätterteigmantel. Natürlich lassen die Autorinnen „Vorspeisen zum Start ins Menü“, „Abendessen – festlich oder für jeden Tag“ und „Nachtisch – verführerischer Abschluss“ (im 8. Arrondissement) nicht aus. Zudem ist den Schwestern „ein Streifzug durch den Maghreb“ (mit Kebab oder Lamm-Tajine) wichtig. Die Rezepte sind herrlich bebildert sowie gut und verständlich erklärt. Nette kulinarische Infos, eine kleine Käse- und Warenkunde sowie Menü-Vorschläge ergänzen den köstlichen Ausflug nach Paris.

Info

Svenja Mattner-Shahi und Britta Welzer: „Paris – Je t'aime – Das Frankreich-Kochbuch“, EMF Verlag 2021, 320 Seiten (Hochglanz), 39 Euro

Köstliches Familien-Imperium: „Wien. Food. People. Stories.“ von Haya Molcho

Haya Molcho, die Frau des berühmten Pantomimen Samy Molcho, hat mit ihren vier Söhnen Nuriel, Elior, Nadiv und Ilan ein erfolgreiches kulinarisches Familienunternehmen gegründet: „NENI“, der Markenname, setzt sich aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen zusammen. Am Wiener Naschmarkt gründeten sie ihr erstes Restaurant (längst gibt es weitere in Berlin, Hamburg, München, Köln, Zürich, Paris, Amsterdam und auf Mallorca).

Kulinarische Vielfalt aus Wien

Wien. Food. People. Stories.“ ist eine fast 290 Seiten mächtige Hommage an ihre Wahl-Heimat, die – schon immer ein Schmelztiegel verschiedener Nationen – mit großer kulinarischer Vielfalt glänzt. Aber das Buch ist auch eine Hommage an Haya Molchos eigenes kulinarisches Schaffen sowie an Menschen, denen sie begegnet ist – Landwirte, Gastgeber, spannende Persönlichkeiten, die sie mit deren eigenen oder zu ihnen passenden Rezepten porträtiert. Die Rezepte zwischen all den Geschichten, Anekdoten und Lieblingsadressen sind eine gelungene Mischung aus orientalischer und österreichischer Küche – wie etwa Linsensalat mit Kaspressknödeln oder Buttermilch-Backhendl mit Sumach und Zucchini-Tsatsiki. „Wien. Food. People. Stories.“ ist eine Appetit anregende Weltreise durch eine multikulturelle Stadt!

Rezept aus dem Buch

Marillenknödel

Zutaten für 4 Personen als Hauptspeise:

Für die Knödel: 60 g Butter, 250 g Quark, 1 Ei, 1 Prise Salz (+ etwas mehr für das Kochwasser), etwas fein abgeriebene Bio-Zitronenschale, 1 EL Vanillezucker, 150 g Spätzlemehl, 8 kleine Aprikosen (Marillen)

Für die Butterbrösel: 125 g Butter, 2 bis 3 EL Zucker, 60 g Semmelbrösel, Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

Für die Knödel die Butter schmelzen und in einer Schüssel mit Quark, Ei, 1 Prise Salz, Zitronenschale und Vanillezucker vermischen. Das Mehl hineinkneten und den Teig mindestens eine Stunde abgedeckt in der Schüssel im Kühlschrank ruhen lassen.

Teig in 8 Stücke teilen. 1 Teigstück auf eine Handfläche legen, etwas flach drücken und mit 1 Aprikose belegen. Teig vorsichtig um die Aprikose herum verschließen, anschließend zu Knödeln formen und auf ein mit Frischhaltefolie ausgelegtes Blech legen. Mit dem übrigen Teig und den übrigen Aprikosen wiederholen. Knödel in kochendem, gesalzenem Wasser 15 Minuten zugedeckt garen.

Währenddessen für die Brösel Butter in einer Pfanne zerlassen. Zucker und Semmelbrösel einrieseln lassen und goldbraun rösten. Knödel auf Tellern anrichten und mit den Butterbröseln und Puderzucker bestreuen.

Info

Haya Molcho & Söhne: »Wien by NENI. Food. People. Stories«, Brandstätter Verlag 2020, 288 Seiten mit 200 Abbildungen und Fotografien von Nuriel Molcho, 35 Euro

Bestseller: Kochbuch „Jerusalem“.
Bestseller: Kochbuch »Jerusalem«.
Rezepttipp: Marillenknödel.
Rezepttipp: Marillenknödel.
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