Wissensdurst – der Weinpodcast RHEINPFALZ Plus Artikel (Riesling-)Schorle – das Kultgetränk der Pfalz: Alles, was man darüber wissen muss

Besonders mit Pfälzer Gerichten, hier im Bild mit Leberknödeln und Sauerkraut, eine beliebte Kombination: die Rieslingschorle. D
Besonders mit Pfälzer Gerichten, hier im Bild mit Leberknödeln und Sauerkraut, eine beliebte Kombination: die Rieslingschorle. Die Säure dieser Rebsorte eignet sich laut Expertin besonders gut zum Mischen.

Wissensdurst (5): Die Rieslingschorle ist in der Pfalz Kulturgut. Warum passt ausgerechnet diese Rebsorte so gut mit Mineralwasser zusammen? Weinexpertin Janina Huber, welche Weine sich noch zum Schorlemachen eignen – und welche nicht.

Wer auf Pfälzer Weinfesten eine Schorle bestellt, bekommt in den meisten Fällen eine trockene Rieslingschorle. Was eine gute Weinschorle ausmacht, erklärt die ehemalige Deutsche und Pfälzische Weinkönigin und jetzige Dozentin an der Weinschule „Grape Skills“ in Heidelberg, Janina Huber.

Welche Weine eignen sich für eine Schorle?
„Bei einer Pfälzer Weinschorle mischt man Wein mit Mineralwasser. Damit das gut zusammenpasst, braucht die Kohlensäure im Mineralwasser einen Gegenpart“, erklärt Janina Huber. Am besten eigneten sich dafür fruchtige Weine, die selbst eine kräftige Säure mitbringen. „In der Pfalz liegt die Rebsorte dafür auf der Hand: der Riesling. Seine Säure sorgt dafür, dass die Schorle frisch und spritzig schmeckt.“ Es gebe aber auch noch andere Sorten, die gerne als Schorle getrunken werden. „Da wäre noch der Müller-Thurgau, der hat etwas weniger Säure als Riesling, oder auch Silvaner, mit noch mal weniger Säure. Einige Leute trinken auch gerne Weißherbstschorle: Das ist am Ende Geschmackssache“, sagt Huber.

An dieser Stelle finden Sie unseren aktuellen Podcast via Podigee.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Welche Weine eignen sich nicht? Warum gibt es keine rote Schorle?


Grundsätzlich gelte: Je mehr Säure ein Wein enthalte, desto spritziger und frischer schmecke die Kombination mit Mineralwasser, erläutert die Expertin. Eher weniger eigneten sich sehr komplexe Weine, also solche, die besonders viele Aromen und Geschmacksnoten haben. „Diese Weine, zum Beispiel aus besonderen Lagen oder welche, die lange gereift sind, sind meistens deutlich teurer als Weine in Basisqualität und wären in einer Schorle ,verschenkt’. Die Komplexität würde in dem Wasser untergehen.“

Rotweine eigneten sich in der Regel ebenfalls nicht für eine Schorle. „Wenn man zu den Tanninen, also den Gerbstoffen, die im Rotwein enthalten sind, Mineralwasser dazu gibt, sorgt das dafür, dass diese noch bitterer schmecken – das passt einfach nicht.“ Eine Ausnahme gebe es bei rotem Sekt, erläutert Huber. „Da ist zwar kein Wasser, aber Kohlensäure enthalten. Das sind aber ganz spezielle Weine, die extra zu dieser Weiterverarbeitung angebaut wurden – das geht nicht mit jedem.“

Lässt sich auch mit einem weniger guten Wein Schorle machen?
„Ganz klar: nein“, sagt Huber. Die Kohlensäure im Wasser sorge dafür, dass Fehler im Wein, wie zum Beispiel Korkgeschmack, besonders hervorgehoben würden. „Manchmal wird uns in der Pfalz vorgeworfen, wir würden nur so viel Schorle machen, um unseren schlechten Wein zu kaschieren. Das ist natürlich völliger Quatsch“, betont die Expertin. Nur mit einem guten Wein könne man auch eine gute Schorle machen. „Und nicht umsonst sagen wir in der Pfalz auch, dass gerade der Basiswein eines Weingutes, der häufig für Schorle verwendet wird, passen muss. Das ist wie eine Visitenkarte für ein Weingut. Und den richtigen Wein für eine gute Schorle zu machen, ist nicht unbedingt einfach.“

Wie wichtig ist das Wasser für eine gute Schorle?
„Sehr wichtig“, betont die Weinexpertin. Grundsätzlich gelte: „Das Wasser braucht Kohlensäure. Die sorgt dafür, dass die Schorle schön spritzig schmeckt und das Säureverhältnis mit dem Wein passt.“ Dafür eigne sich Klassik-Wasser mit mehr Kohlensäure in der Regel auch besser als Medium, in dem weniger enthalten sei.

Als optimales Mischverhältnis empfiehlt Huber etwa 60 Prozent Wein und 40 Prozent Wasser. „Das sorgt dafür, dass man den Wein noch ausreichend schmeckt, aber die Schorle schön frisch ist.“ Auf Pfälzer Weinfesten werde häufig deutlich mehr Wein als Wasser serviert. „Natürlich ist auch das am Ende Geschmackssache – je nach Anlass und Vorliebe“, sagt Huber.

Der oder die Schorle – was stimmt denn nun?
Laut Duden spricht man im Deutschen von „die Schorle“. Im pfälzischen Dialekt gibt es allerdings auch „der Schorle“. „Auf Weinfesten in der Region bekommt man, wenn man ,en Schorle’ bestellt, dann in den meisten Fällen eine traditionelle Pfälzer Rieslingschorle“, sagt Janina Huber und lacht.

Die Expertin

 

Janina Huber (33) stammt aus Bad Dürkheim und war von 2013 bis 2014 zunächst Pfälzische Weinkönigin. 2014 wurde sie für ein Jahr zur Deutschen Weinkönigin gewählt. Mittlerweile arbeitet sie selbstständig in der Weinbranche oder als Dozentin bei der Weinschule „Grape Skills“ in Heidelberg, wo sie Privatleute und Menschen, die in der Weinbranche arbeiten, unterrichtet.

Klären im Podcast „Wissensdurst“ grundlegende Fragen zum Thema Wein: die RHEINPFALZ-Redakteurinnen Rebecca Singer (links), Sonja
Klären im Podcast »Wissensdurst« grundlegende Fragen zum Thema Wein: die RHEINPFALZ-Redakteurinnen Rebecca Singer (links), Sonja Hoffmann (rechts) und Weinexpertin Janina Huber.
Mehr zum Thema
Entkorkt - Newsletter  - Anmeldeseiten 729 x 450 (1)

Dürfen wir nachschenken?

Was sind die Trends der Weinszene? Welche Neuigkeiten gibt es von den Weingütern in der Region? Was ist Naturwein? Wie arbeitet ein Kellermeister? Und wo stehen Weinautomaten in der Pfalz? In unserem kostenlosen Newsletter Entkorkt" liefern wir alle zwei Wochen Weinwissen für Pfälzer Weinliebhaber.

 

Wer nicht lesen will, kann hören: Sie wollten schon immer wissen, wie man die vielen Flaschen Wein, die man zu Hause hat, am besten lagert? Oder welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Rebsorten gibt? Dann sind Sie hier genau richtig: In unserem kostenlosen Podcast "Wissensdurst" löchern Vanessa Betz und Rebecca Singer die Weinexpertin Janina Huber mit Fragen rund um das Thema Wein.  

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x