Hessheim
Feuer auf Deponiegelände bei Süd-Müll entfacht Sicherheits-Debatte neu
Als am 30. April ein Schredder zur Zerkleinerung von Kunststoffabfällen in der 3000 Quadratmeter großen Firmenhalle von Süd-Müll in Heßheim (Rhein-Pfalz-Kreis) Feuer fing, konnten die Flammen schnell gelöscht werden. Ein Mitarbeiter hatte die Kamerabilder von der Anlage richtig gedeutet und Alarm geschlagen. Am Donnerstag in den frühen Morgenstunden jedoch wachte niemand über die Halle, in der Sperrmüll und Wertstoffe aus dem Gelben Sack sortiert und gelagert werden.
Kein Feuermeldesystem
Auch ein Brandmeldesystem gab es nach Auskunft des Unternehmens und der Feuerwehr nicht – ein solches sei auch nicht vorgeschrieben. Erst ein Autofahrer hat laut Polizei das Feuer auf dem Deponiegelände von Süd-Müll am Donnerstag entdeckt; um 4.21 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert. Als die eintrafen, stand die Firmenhalle bereits voll in Flammen. Der Großbrand, durch den niemand verletzt, das Gebäude aber völlig zerstört wurde, war erst am Nachmittag unter Kontrolle.
Brandursache muss noch ermittelt werden
Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten, Schulen konnten coronabedingtes Lüften nicht mehr einhalten und überließen es den Eltern, ob sie ihre Kinder zum Unterricht schicken. Schadstoffgrenzen seien nicht überschritten worden, so die Feuerwehr. Die Brandursache ist noch nicht gefunden.
Das Ereignis auf der Süd-Müll-Deponie entfachte unterdessen vor Ort erneut die Debatte um Sicherheitsstandards der Firma. Im August 2018 waren auf einem anderen Firmenareal, dem Sonderabfall-Zwischenlager, zwei Mitarbeiter an hochgiftigem Schwefelwasserstoff gestorben. Das Gas war beim Zusammenschütten zweier Fässer entstanden – eines war falsch deklariert. Die Staatsanwaltschaft stellte später ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Die Fraktionen von SPD, FDP, Grünen und CDU im Mainzer Landtag fordern jetzt, den Vorfall bei Süd-Müll erneut zum Thema im Umweltausschuss zu machen. Die Bürgerinitiative vor Ort fordert schon lange die Schließung des Sonderabfall-Zwischenlagers.
Ministerium hält sich bedeckt
Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hielt sich am Donnerstag auf RHEINPFALZ-Nachfrage zu möglichen Sicherheitsproblemen bei Süd-Müll äußerst bedeckt. Dazu hieß es aus Mainz lediglich: „Eine Einschätzung, ob der Brand auf mangelnde Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen ist, kann erst nach Abschluss der Untersuchungen getroffen werden.“ Die zuständige Behörde, die SGD Süd, sei zur Klärung vor Ort.
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