TRIER / MAINZ RHEINPFALZ Plus Artikel Coronavirus: Notfallplan für Abiprüfung

Zur Zeit wegen eines Coronavirus-Falles geschlossen: die Integrierte Gesamtschule am Standort Wachenheim.
Zur Zeit wegen eines Coronavirus-Falles geschlossen: die Integrierte Gesamtschule am Standort Wachenheim.

Ab der nächsten Woche stehen in Rheinland-Pfalz an den G9-Gymnasien die mündlichen Abiturprüfungen an. Doch das Coronavirus könnte weitere Schulschließungen nötig machen. Für diesen Fall hat die Trierer Aufsichtsbehörde ADD einen Notfallplan verschickt.

An den rheinland-pfälzischen G9-Gymnasien sind die mündlichen Abiturprüfungen vom 16. bis 25. März vorgesehen. Und spätestens bis zum 27. März sollen die Zeugnisse ausgeteilt werden. Diese Termine sollen es Schülern ermöglichen, noch im Sommersemester ins Studium einzusteigen. Eigentlich. Denn das Coronavirus und daraus resultierende Schulschließungen könnten diesen Zeitplan über den Haufen werfen. Bereits jetzt sind landesweit sieben Schulen dicht, darunter drei Gymnasien. In der Pfalz ist bisher nur der Standort Wachenheim der IGS Deidesheim/Wachenheim betroffen.

„Grundsätzlich finden alle Abiturprüfungen wie geplant statt“, heißt es in dem Rundschreiben der Trierer ADD. Für den Fall einer Schulschließung hat die Behörde aber einen Notfallplan ausgearbeitet: Zunächst soll das Gesundheitsamt untersuchen, ob die mündlichen Abiprüfungen trotz Aussetzung des regulären Schulbetriebes möglich sind. Schließlich, argumentiert die ADD, sei daran nur ein kleiner Personenkreis beteiligt. Denkbar ist auch, die Abiturienten notfalls außerhalb der Schule in einem anderen Gebäude zu prüfen, bestätigt das Mainzer Bildungsministerium.

Gesundheitsamt hat letztes Wort

Sollte allerdings das Gesundheitsamt sein Veto einlegen, werden die mündlichen Prüfungen verschoben, heißt es in dem ADD-Rundschreiben. Wobei ein Ersatztermin möglichst bald gefunden werden soll. Ausnahmsweise könnten die Prüfungen auch noch nach dem eigentlich letztmöglichen Zeugnistermin 27. März angesetzt werden, falls das früher nicht möglich ist.

Das könnte zum Problem für jene Abiturienten werden, die bereits zum Sommersemester ins Studium starten wollen. Vorkurse beginnen beispielsweise an der Technischen Universität Kaiserslautern bereits am 1. April, die eigentlichen Vorlesungen am 14. April. Außerdem muss nach derzeitigem Stand das Abizeugnis bis zum 6. April vorgelegt werden. Sollte das Abi erst verspätet abgelegt werden können, will sich das Bildungsministerium beim Wissenschaftsministerium dafür einsetzen, dass den Betroffenen möglichst keine Nachteile aufgrund der Fristen entstehen.

In Wachenheim alles wie geplant

IGS-Schulleiter Georg Dumont geht davon aus, dass die Schließung des Standortes Wachenheim die Pläne für das mündliche Abitur nicht durchkreuzen wird. Nicht zuletzt deshalb, weil in Wachenheim nur die 5. und 6. Klassen und damit keine Abiturklassen unterrichtet werden. Zwar befinden sich nach den Worten des Schulleiters auch Lehrer in Quarantäne, die in Deidesheim unterrichten und die als Abiprüfer vorgesehen sind. Aber die Quarantäne sei nur auf eine Woche befristet.

Klärungsbedarf bei G8-Schulen

Noch Klärungsbedarf gibt es für die landesweit 22 G8-Gymnasien, von denen sich vier in der Pfalz befinden. Dort stehen nicht nur die mündlichen, sondern auch noch die schriftlichen Prüfungen aus. Nächste Woche wird sich die Kultusministerkonferenz damit befassen. Eine bundesweite Regelung ist laut ADD deshalb nötig, da die schriftlichen Prüfungen auch „zentrale Elemente“ enthalten.

Eine landesweite Schließung von Schulen hält die Mainzer Landesregierung derzeit für nicht angebracht. Begründung: Schüler gehören nicht zu den Personengruppen, die ein erhöhtes Risiko haben, schwer zu erkranken. Außerdem gebe es keine Hinweise, dass es in Schulen vermehrt zu Infektionen komme.

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