Ludwigshafen / Kaiserslautern
Bilanz für 2019: 47 Verkehrstote in der Pfalz
Eine gute Nachricht hat Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag verkündet: Die Anzahl der auf rheinland-pfälzischen Straßen ums Leben gekommenen Verkehrsteilnehmer hat 2019 einen historischen Tiefststand erreich. Landesweit sind demnach 153 Menschen bei Unfällen gestorben, 13 weniger als im Vorjahr. Diesen Trend bilden auch die Zahlen aus dem Polizeipräsidium in Kaiserslautern ab: Die für die Westpfalz zuständigen Beamten zählten in ihrem Bezirk knapp 19.000 Unfälle, und bei denen sind 14 Menschen gestorben – neun weniger als im Vorjahr.
Rückgang nur in Westpfalz
Bei den knapp 32.000 Unfällen in der Vorder- und Südpfalz hat sich die Anzahl der Todesopfer im Vergleich zu 2018 hingegen nicht verändert: Erneut kamen im Zuständigkeitsbereich des Ludwigshafener Präsidiums 33 Menschen ums Leben. Unterschiede zwischen den beiden Pfalz-Hälften zeigen sich auch beim Blick auf jene Menschen, die von der Polizei als „Risikogruppen“ eingestuft werden. Zu denen gehören zum Beispiel Senioren. Und die waren nur in der Vorderpfalz häufiger in Unfälle verwickelt als im Vorjahr.
Damit „setzte sich 2019 der ansteigende Trend der Vorjahre fort“, sagen die Ludwigshafener Beamten. Ihre Kollegen in Kaiserslautern hingegen berichten: Bei ihnen hat es erstmals seit 2015 wieder weniger Unfälle gegeben, an denen Ältere beteiligt waren. Wenn sie beteiligt waren, galten sie allerdings auch meist als die Schuldigen: In fast 71 Prozent der Fälle wurden sie als Verursacher eingestuft. Doch zugleich bescheinigen die Westpfalz-Polizisten den Menschen ab einem Alter von 65 Jahren: Meistens geht es bei ihnen dann nur um bloße Blechschäden.
Mehr Unfälle mit Kindern
Hoch ist die Schuld-Quote auch bei den Fahranfängern in der Westpfalz: 18- bis 24-Jährige waren dort an knapp 4000 Karambolagen beteiligt, das waren etwas weniger als im Vorjahr. Aber in gut 68 Prozent dieser Fälle hat die Polizei die jungen Leute auch als Verursacher verbucht. In der Vorder- und Südpfalz ist die Anzahl der Unfälle mit jungen Erwachsenen ebenfalls leicht auf knapp 6400 zurückgegangen. In beiden Präsidiums-Bezirken angestiegen ist die Anzahl der Unfälle mit Kindern: In Ludwigshafen wurden 418 gezählt, in Kaiserslautern 149.
Doch immerhin ist in ganz Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr kein einziges Kind bei einem Verkehrsunfall gestorben. Deutlich vergrößert hat sich allerdings die Anzahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer, sie stieg von 32 auf 41. Außerdem verzeichnet das Innenministerium landesweit 20 ums Leben gekommene Fahrradfahrer, das bedeutet einen Anstieg um 80 Prozent. Minister Lewentz sagt: Der Polizei fällt auf, dass immer noch zu viele Menschen ohne Helm radeln. Er setzt daher auf Präventionskampagnen wie „Sicher – fahr ich Rad“.
Lewentz setzt auf Blitzer
Mit Blick auf die komplette Unfallstatistik für 2019 spricht der Sozialdemokrat allerdings von einem „überaus positiven Trend“. Erkennbar ist Lewentz zufolge, „dass die Verkehrssicherheit in Rheinland-Pfalz auf einem hohen Niveau ist und wir mit der gezielten Bekämpfung der Hauptunfallursachen absolut richtig vorgehen“. Als häufigster Grund für Karambolagen mit Verletzten oder gar Toten gilt demnach, dass Autofahrer zu wenig Sicherheitsabstand eingehalten haben. Und den zweiten Platz in der Unfallursachen-Statistik hat überhöhte Geschwindigkeit.
Also setze das Land auch weiterhin auf Abstandskontrollen – und auf Blitzer. Dass die etwas bringen, begründet Lewentz so: Die Polizei stellt ihre noch recht neuen Anhänger-Messgeräte vor allem an die Autobahnen. Und dort habe sich die Anzahl der Todesopfer auf neun halbiert.
Ein Kommentar zu den Aussagen des Ministers steht hier.