Raumfahrt „Crew Dragon“-Raumkapsel dockt an ISS an: USA aus eigener Kraft zurück im All
Nach fast neunjähriger Pause sind wieder Astronauten von den USA aus zur Raumstation ISS geflogen und wurden dabei erstmals von einem privaten Raumfahrtunternehmen befördert. Die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley kamen am Sonntag nach rund 20 Stunden Flug mit der „Crew Dragon“-Raumkapsel an der ISS an.
„Es war uns natürlich eine Ehre, ein ganz kleiner Teil dieses Ganzen zu sein“, sagte Hurley nach der Ankunft an der ISS, wo die Raumfahrer Christopher Cassidy, Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner auf ihre Kollegen warteten. Hurley und Behnken sollen rund einen Monat an Bord der ISS bleiben.
SpaceX-Gründer Elon Musk tief bewegt
Am Samstag war ihre Raumkapsel mit einer „Falcon 9“-Rakete des private Raumfahrtunternehmen SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abgehoben. „Geschichte ist geschrieben worden“, kommentierte die Nasa per Kurznachrichtendienst Twitter. SpaceX-Gründer Elon Musk (48) zeigte sich tief bewegt. 18 Jahre lang habe er auf dieses Ziel hingearbeitet: „Ich glaube, es ist etwas, worüber die Menschheit sich freuen kann, und worauf sie stolz sein kann.“
Auch Russland beglückwünschte die USA zum erfolgreichen Start. „Im Kosmos ist schon alles passiert, und es ist unabdingbar, mindestens zwei Transportsysteme zu haben“, teilte ein Sprecher der Raumfahrtbehörde Roskosmos mit.
Erster Startversuch abgebrochen
Ein erster Startversuch war am Mittwoch wegen schlechter Wetterbedingungen abgebrochen worden. Auch vor dem zweiten Versuch hatten die Bedingungen zunächst nur mäßig ausgesehen, dann hatten sich die Wolken aber rechtzeitig verzogen und das Kontrollzentrum gab grünes Licht.
Kurz nach dem erfolgreichen Start landete die erste Raketenstufe sicher aufrecht auf einem Schiff im Atlantik vor der US-Küste. Landung und Wiederverwendung von Raketenstufen und Raumkapseln ist ein wichtiger Teil der Strategie von SpaceX.
Space-Shuttle-Programm 2011 gestoppt
Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre „Atlantis“ zur ISS geflogen. Danach mottete die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war für Flüge zur ISS seither auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.
Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen – wegen technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.