Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker VTZ-Torwart: Alexander Dörr: Zebras, Glasfaser und die Familientradition

Fühlt sich seit der Jugend schon wohl im Handballtor: Alexander Dörr von der VT Zweibrücken-Saarpfalz.
Fühlt sich seit der Jugend schon wohl im Handballtor: Alexander Dörr von der VT Zweibrücken-Saarpfalz. Foto: Moschel

Handball: Alexander Dörr sorgt beruflich dafür, dass die Südpfalz Anschluss ans schnelle Internet bekommt. Am Sonntag möchte der Torwart des Oberligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz, dazu beitragen, dass die Südpfälzer vom TV Offenbach den Anschluss verlieren. Im Tor, wo schon Opa und Onkel standen, ist er auf ganz typische Weise gelandet.

Mit einem Sieg gegen den Tabellennachbarn Offenbach möchten Dörr und seine Teamkollegen vom Siebten VTZ Saarpfalz (zwei Punkte weniger) nach zwei Niederlagen wieder in die Erfolgsspur zurück (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle).

„Wir wollen unbedingt gewinnen. Ein Sieg wäre gut fürs Selbstvertrauen und ist auch immer gut für die Stimmung in der Mannschaft“, unterstreicht Dörr vor dem letzten Heimspiel der Zweibrücker in diesem Jahr. Seit Saisonbeginn hütet er das Zweibrücker Tor. Gemeinsam mit Yannic Klöckner bildet er „das beste Torhütergespann, dass wir bei der VTZ haben, seit ich hier Trainer bin“, sagt Zweibrückens Trainer Danijel Grgic, der froh wäre, wenn er auf allen Positionen so wenig Probleme hätte.

Torwart-Trio ohne Stress

„Das funktioniert ganz gut“, sagt Dörr zur Torwart-Situation bei der VTZ, für die ein Trio verantwortlich zeichnet. Neben den beiden aktiven Keepern Dörr und Klöckner gehört dazu noch Torwarttrainer Kai Schumann. „Wir stimmen uns untereinander ab, wer spielt. Da gibt es keinen Stress“, sagt Dörr.

Dörr stammt aus und wohnt noch immer gerne in Saarlouis. Der 1,88 Meter große Torwart begann naheliegenderweise bei der dortigen HGS mit dem Handballspielen. Zunächst im Feld. „Wie es dann so ist, dann fehlt ein Torwart, keiner geht ins Tor rein“, schildert der 27-Jährige eine Situation, die alle Handballer kennen, wie er im Tor landete.

Schon der Opa war Torwart

Dörr ging in der D-Jugend zwischen die Pfosten. Damit die Mannschaft spielen konnte. „Dann habe ich gemerkt, dass es gar nicht so schlecht ist“, bestätigt er lachend eine Erfahrung, die viele Torhüter gemacht haben. Der Platz zwischen den Pfosten wurde seiner. Damit setzte er eine Familientradition fort. Opa und Onkel spielten auch im Handball-Tor. Neben Henning Fritz und Andrej Lavrov, „meine Vorbilder“, sagt Dörr.

Bis zur A-Jugend spielte er in Saarlouis, trainierte schon mal im Zweitliga-Team mit. Er wechselte mit seinem früheren A-Jugend-Trainer Berthold Kreuser für drei Jahre zu Völklingen in die Oberliga und kehrte für eine Saison zur HG Saarlouis II in die Saarlandliga zurück, als Grgic dort Trainer war. „Dado und ich kennen uns schon lange“, sagt Dörr, der Grgic und dessen Professionalität schätzt.

Vier Jahre bei den Zebras

2015 ging Dörr zu den Zebras nach Illtal. Vier Jahre trug er das Trikot der Handballfreunde. „Eine echt schöne Zeit“, bestätigt er. Dreimal wurde er mit Illtal Vize-Meister – 2016/17 sicherte sich die VTZ den Titel vor Dörrs damaligem Club – einmal belegten sie Rang drei. „Ganz gereicht hat es leider nie“, sagt Dörr. Aber der familiäre Zusammenhalt im Team, im Umfeld, die tolle Atmosphäre bei Heimspielen der Zebras, „das war klasse“, bilanziert Dörr.

Mit den Zebras wurde er Saar-Pokal-Sieger. Mehrfach wurde Dörr im Final Four des Saarpokals als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet. Der sportliche Höhepunkt sei für ihn aber die Teilnahme mit Illtal am Deutschen Amateurpokal gewesen. „Das hat man nicht als Last empfunden, das war mit Lust am Handball verbunden“, sagt Dörr zu den langen Auswärtsfahrten. Im Viertelfinale war Endstation für ihn und seine Teamkollegen. „Beim Final Four in Hamburg dabei zu sein, das wäre ein Traum gewesen“, bekennt er.

Beruf und Sport im selben Gebiet

Zu Saisonbeginn kam er zur VTZ. Der Maschinenbautechniker, der als Projektleiter in der Planung bei der Mucaj-Gruppe aus Lebach arbeitet, ist beruflich aktuell täglich in Landau. Glasfasernetzausbau ist ein Bereich, in dem die Gruppe tätig ist. „Vor dem Hintergrund habe ich einen Verein gesucht, bei dem sich Handball mit arbeiten in Landau und wohnen in Saarlouis vereinbaren lassen“, sagt der Keeper, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Die VTZ passte. Pendeln ist neben Arbeiten und Handball Dörrs aktuelle Hauptbeschäftigung. Siege feiern, zum Beispiel gegen Offenbach, dürfe gerne dazukommen.

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