Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker SG-Herren setzen sich spät in hitzigem Duell gegen Kastellaun durch

Mal wieder Gerangel auf dem Spielfeld: Das sahen die Zuschauer am Samstag in der Westpfalzhalle ziemlich häufig, wie hier nach e
Mal wieder Gerangel auf dem Spielfeld: Das sahen die Zuschauer am Samstag in der Westpfalzhalle ziemlich häufig, wie hier nach einem Foul am Zweibrücker Tom Grieser (links, am Boden).

Das Spiel der Zweibrücker gegen den Tabellenelften HSG Kastellaun/Simmern war geprägt von vielen Nickeligkeiten. Die Gäste brachten die Fans vor allem mit einer Sache gegen sich auf.

Nils Wöschler übernahm die Verantwortung, zog Sekunden vor dem Abpfiff des Oberliga-Handballspiels zwischen der SG SV 64/VT Zweibrücken und der HSG Kastellaun/Simmern aus dem Rückraum ab. Maurice Lahm im HSG-Tor parierte den Wurf des Rückraumspielers zwar, aber Philipp Hammann holte den Abpraller und traf zum 28:27 (12:16)-Endstand.

„Man muss nicht jeden machen, aber die wichtigen“, kommentierte der glückliche SG-Kapitän, der wie seine Teamkollegen im Spielverlauf einige Chancen ausgelassen hatte, hinterher den Siegtreffer. Der HSG-Trainer Mirza Cehajic ausrasten ließ. Seinen jungen Spieler Paul Mallmann, dem er die Schuld an diesem Treffer anlastete, nahm sich Cehajic im wahrsten Sinne des Wortes direkt danach und noch immer hochgradig erregt nach dem Schlusspfiff zur Brust. Keine schöne Szene in einer hektischen und von Nickeligkeiten geprägten Partie. Die Punkte blieben in Zweibrücken.

SG nach der Pause mit mehr Wechselmöglichkeiten

Den Preis für beste schauspielerische Leistungen hätten die Gäste verdient. Immer wieder gingen sie theatralisch zu Boden, brachten so auch die SG-Fans sehr gegen sich auf, die immer lauter wurden. Letztlich mit ein Grund, warum sich die Partie drehte. Denn die Zuschauer waren zunächst still und wenig begeistert vom Auftritt der Zweibrücker. Weil das zweite SG-Team ein wichtiges Spiel im Abstiegskampf in Saarbrücken bestritt, stand dem Oberliga-Team mit Samuel Reitz vor der Pause nur ein Auswechselspieler zur Verfügung. „Es standen auch viele angeschlagene Spieler auf dem Feld“, resümierte SG-Trainer Klaus-Peter Weinert. Das bestätigte Tom Grieser. „Wenn wir genügend Spieler gewesen wären, hätte ich nicht gespielt“, sagte der Abwehrchef und war sich mit Weinert einig, dass der Sieg durchaus etwas glücklich war. Aber letztlich nicht unverdient, weil die SG Moral bewies. „Es war ein Sieg des Willens“, unterstrich Kapitän Hammann.

Die SG lag vom Anpfiff weg zurück. Der Rückstand wuchs bis zur 20. Minute auf fünf Tore an. Weil Kastellaun/Simmern die Nachlässigkeiten in der Abwehr zu nutzen wusste und die Zweibrücker ihre Chancen nicht im gegnerischen Kasten unterbrachten. Nach 28 Minuten war die Weinert-Truppe aber beim 12:13 durch Grieser bis auf ein Tor dran. Neuerliche Unkonzentriertheiten verhinderten den möglichen Ausgleich. Die Gäste legten wieder vor.

Erste Zweibrücker Führung in Minute 48

„In der ersten Halbzeit waren wir nicht so richtig da. Auch körperlich nicht. In der Pause haben wir klar angesprochen, was wir besser machen wollen. Das haben wir dann auch gut umgesetzt“, stellte Grieser fest, und Weinert freute sich, das mit Jakob Schaum und Tim Eisel zwei Spieler, die in der zweiten Mannschaft gespielt hatten, zwischenzeitlich eingetroffen waren. „Es war wichtig, dass die beiden noch gekommen sind. So konnte ich noch wechseln“, sagte Weinert. Ein Doppelschlag von Adam Soos brachte die SG auf 19:20 heran. „Jetzt geht’s los“, skandierten die Fans und verstummten schnell, denn Sekunden später sah Soos, der seinen Gegner unabsichtlich im Gesicht getroffen hatte, die Rote Karte (46.). Die Hinausstellung sei noch mal eine Zusatzmotivation gewesen, bekannte Grieser.

Zweibrücken kämpfte, bei der HSG schwanden nun zusehends die Kräfte. Zweibrücken, und allen voran Nils Wöschler, wollte nun sichtbar nicht verlieren. Einen Gegenstoßversuch von Kastellaun, der das 21. Tor für die Gäste hätte bringen können, vereitelte Wöschler stark. Nicht nur das: Er glich zum 20:20 aus. Grieser sorgte mit dem Tor zum 21:20 (48.) für die erste Zweibrücker Führung. Die holte sich Kastellaun/Simmern drei Minuten vor dem Abpfiff noch mal zurück. Aber Wöschler glich per Strafwurf zum 27:27 aus, und dann kam Hammann ...

So spielten sie

SG SV 64/VT Zweibrücken: Dentzer, Zajac (ab 31.) - Ihl (2), Soos (7), Wöschler (9/2) - Hammann (3), Gräber (4) - Grieser (3) – Reitz, Schaum, Eisel.

x