ZWEIBRÜCKEN RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Handball-Derby zwischen SV 64 und VTZ ist Stadtgespräch

Favoritenrolle angenommen: Hier bejubelt Stefan Bullacher (SV 64) den Sieg über den Mitkonkurrenten um die Meisterschaft, die SG
Favoritenrolle angenommen: Hier bejubelt Stefan Bullacher (SV 64) den Sieg über den Mitkonkurrenten um die Meisterschaft, die SG Saulheim.

Handball: Keine Frage, das Stadtderby zwischen dem SV 64 Zweibrücken und der VTZ Saarpfalz ist schon immer Stadtgespräch. Zum Hinspiel kamen allein 1200 Zuschauer in die damit proppenvolle Westpfalzhalle. Sportlich gesehen ist es ein Spiel wie jedes andere – und dann doch wieder nicht.

Spannung und Vorfreude steigen: Am Samstag ist Stadtderby-Zeit in Zweibrücken. In der Handball-Oberliga empfängt der Tabellenführer SV 64 Zweibrücken die VT Zweibrücken-Saarpfalz, aktuell Tabellensiebter (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle). Und die beiden in Zweibrücken wohnenden Trainer Stefan Bullacher (SV 64 Zweibrücken) und Philip Wiese (VTZ) können bestätigen: Das Derby ist bereits Stadtgespräch. „Vor dem Hintergrund rechnen wir wieder mit einer sehr guten Kulisse“, freuen sich Bullacher und Co., aber auch Wiese, sein Trainerkollege Kai Schumann und das VTZ-Team auf eine rappelvolle Westpfalzhalle und Top-Stimmung. 1200 Zuschauer verfolgten das Hinspiel.

Primus SV 64 zuletzt länger spielfrei

In punkto Prestige und Atmosphäre sei das Derby etwas Besonderes, sind sich die drei Trainer einig. Unter sportlichen Gesichtspunkten wird es aber bei beiden Vereinen genau so vorbereitet und angegangen wie jedes andere Oberliga-Spiel. Der Tabellenführer war fast drei Wochen spielfrei, hat in der Pause seinen Vorsprung durch eine Budenheimer Niederlage ausgebaut. Ansonsten galt wie in den vergangenen Jahren auch: „An Fasnacht ist bei uns trainingsfrei“, sagt Bullacher. Erst am Aschermittwoch trafen sich die Zweibrücker wieder zum Training. Einen Tag zuvor, am Fasnachtsdienstag, war die VTZ nach ihrer kürzeren Karnevalspause ins Training eingestiegen. „War kein Problem für die Mannschaft“, sagt Kai Schumann und bestätigt lachend: „Vielleicht weil die meisten ein bisschen älter sind.“

Das Hinspiel entschied der SV 64 Zweibrücken knapp mit 21:20 für sich, hatte das Spiel über weite Strecken im Griff – und durfte sich dann doch bei Torwart Marko Ivankovic bedanken, der den Sieg festhielt. Bullacher erwartet wieder ein spannendes, wieder vom Kampf geprägtes Spiel mit viel Emotion. „Gehört zum Derby dazu“, findet er.

Natürlich sei seine Mannschaft auf dem Papier der Favorit. „Die Rolle nehmen wir an. Aber es ist kein Spiel Erster gegen Siebter, es ist das Derby. Die VTZ wurde nicht umsonst zu Rundenbeginn immer als Meisterschaftsfavorit genannt“, verweist Bullacher auf deren Top-Startformation. Die hat sich zwischenzeitlich noch verstärkt. Loic Laurent, früher in der Ersten französischen Liga am Ball, Abstiegs(verhinderungs)held beim Drittligisten TuS Dansenberg, spielt mittlerweile für die VTZ. Das mache das Spiel noch mal interessanter, sagt Bullacher.

SV-Team erwartet Schwerstarbeit

Für den gastgebenden SV 64, bei dem ein Fragezeichen hinter dem Einsatz des kranken Kian Schwarzer steht, macht es die taktische Vorbereitung schwieriger. „Bei der VTZ gab es viele Veränderungen. Trainerwechsel, jetzt Laurent dazu“, verdeutlicht der SV-Coach die Herausforderungen in der Vorbereitung. Es sei sehr schwierig einzuschätzen, was taktisch komme. Videomaterial, das Aufschluss gibt, gibt es noch nicht: Der Franzose spielte erst einmal für die VTZ.

Klar sei, dass die Kreise von Tom Paetow, derzeit mit 132 Treffern zweiterfolgreichster Oberliga-Torjäger, gestört werden müssen. „Wir haben einige Aufgaben zu lösen“, weiß Bullacher, dass auf seine Mannschaft 60 Minuten Schwerstarbeit zukommen, weil die VTZ geballte Erfahrung mitbringt.

Debüt: Trainer-Shakehands von Bullacher und Wiese

Erstmals wird Bullacher vor der Partie das Trainer-Shakehands nicht nur mit Schumann, der im Hinspiel als Co-Trainer schon Derby-Erfahrung sammelte, sondern auch mit Philip Wiese haben. Wiese erlebt das Derby erstmals als Trainer, nicht als Spieler. „Und ich bin erstaunlich ruhig. Als Spieler war ich zu diesem Zeitpunkt stets angespannter“, bekennt er. Spekulationen vieler Handball-Fans, dass er am Samstag möglicherweise für die VTZ auflaufen könnte, „kann ich klar mit Nein beantworten“, sagt Wiese lachend.

Denn Tom Paetow ist wieder fit, und mit Laurent hat sich der Kader vergrößert. Also besteht keine Not-Situation mehr. Ohnehin erfordere die Arbeit auf der Bank volle Aufmerksamkeit. „Spielertrainer wäre keine Option“, unterstreicht Wiese. Das Hinspiel hatte er live nicht verfolgen können, sich zwischenzeitlich per Videostudium die Partie mal angeschaut und mit Schumann ausgetauscht.

Ein Kann-Spiel für die VTZ

Auch der ist ganz entspannt: „Das ist ein Spiel, das wir wie jedes andere auch gerne gewinnen würden, aber wir müssen nicht. Für uns ist das ein Kann-Spiel“, stellt Schumann fest. Mit Blick auf die bisherige Saisonbilanz des SV 64, erkennt er an: „Wer nur zwei Minuspunkte hat, hat sicher nichts falsch gemacht.“ Klar sei, dass die VTZ-Abwehr kompakter stehen müsse als zuletzt. Am Samstag spiele sicher die Tagesform eine große Rolle, da sind sich alle einig und sie bringt wohl die Antwort auf die Frage: Welches Trikot trägt der Derby-Held?

Info

Wegen des erwartet großen Andrangs gibt es im Capito in der Hallplatzgalerie Tickets im Vorverkauf für sieben Euro. Am Spieltag öffnet der SV 64 frühzeitig zwei Kassen in der Westpfalzhalle.

Das neue VTZ-Trainergespann Philip Wiese und Kai Schumann (von links) geht das Stadtderby gegen den Spitzenreiter entspannt an.
Das neue VTZ-Trainergespann Philip Wiese und Kai Schumann (von links) geht das Stadtderby gegen den Spitzenreiter entspannt an.
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