Zweibrücken Zweibrücken: Familie soll nach RTL-Hausumbau 35.000 Euro Steuern zahlen

Da war die Welt noch in Ordnung: Familie Ast gibt vor dem renovierten Haus ein Interview.
Da war die Welt noch in Ordnung: Familie Ast gibt vor dem renovierten Haus ein Interview.

Vor drei Jahren hatte die Zweibrücker Familie es noch als „Sechser im Lotto“ bezeichnet, dass sie für die RTL-Helfer-Doku „Zuhause im Glück“ ausgewählt wurde. Der Fernsehsender baute damals innerhalb von acht Tagen das Ast’sche Haus in der Wolfslochstraße um, stattete es zum Teil auch mit neuen Möbeln aus. Mittlerweile ist ein dunkler Schatten über die Familie gefallen. Wie Sabine Ast mitteilt, fordert das Finanzamt für die Aktion damals 35 000 Euro an Steuern nach.

Steuer "stehe nur pro forma drin"

Sabine Ast und ihre Familie hätten durch den für sie kostenlosen Hausumbau einen sogenannten „geldwerten Vorteil“, der müsse versteuert werden. „Abgerechnet wurden 113 000 Summen für die gesamte Maßnahme“, erklärt Sabine Ast. Belege oder Kostenaufstellung liegen ihr bis heute nicht vor. „Im Vertrag, den wir damals unterschrieben haben, ist der steuerliche Aspekt aufgeführt“, erzählt Sabine Ast. Sie habe deshalb den Produktionsleiter damals auch zur Seite genommen und darauf angesprochen. „Er meinte, das mit den Steuern stehe nur pro forma drin.“ Inzwischen wisse sie es besser, mache ihre eigene Rechnung auf: „Wenn man das gewusst hätte, hätte man sich für 35 000 Euro das Haus auch selbst umbauen können.“

Steuerberater zur Verfügung stellen

Die Umbaumaßnahmen und Einrichtungsgegenstände würden bei solchen Sendungen durch Werbung und Produkt-Platzierung finanziert, die Familien, denen „geholfen“ würde, seien nach Sabine Asts Einschätzung eine Art Lockmittel. „Der Fernsehsender verdient sich an der Werbung dumm und dämlich und räumt noch Preise ab“, meint sie mit Blick auf das vergleichbare Format „Einsatz in vier Wänden“. Diese, mittlerweile eingestellte RTL-Produktion hat 2004 den Deutschen Fernsehpreis für die beste tägliche Sendung bekommen. Die Produktionsfirma habe auf ihre vehemente Beschwerde hin den Vorschlag gemacht, der Familie Ast einen Steuerberater zur Verfügung zu stellen. Sabine Ast findet das unverschämt. „Wir wurden belogen.“ |bun Hier geht's zur aktuellen Entwicklung

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