Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Wie ein Panini-Album: Sticker-Sammeln beim SV Ixheim

Ganz konzentriert beim Einkleben: Lea Strobel (links). Neben ihr im grünen Pulli Lenny Moser und vorne rechts Marc Moser, der fü
Ganz konzentriert beim Einkleben: Lea Strobel (links). Neben ihr im grünen Pulli Lenny Moser und vorne rechts Marc Moser, der für seinen Sohn die Karten sortiert.

Vom SV Ixheim gibt es jetzt ein Sammelalbum, in dem nach Panini-Vorbild Bilder von Spielern, Trainern und Funktionären eingeklebt werden. Gleich nach dem Verkaufsstart traf man sich zur ersten Sammel- und Tauschbörse im Sportheim.

Viele Fußball-Fans sammeln nicht nur Autogramme und Trikots, sondern auch Aufkleber für Hefte zu Großereignissen. Ob WM, EM oder Bundesligateams – das Sammeln und Tauschen der Starfotos ist seit Jahrzehnten so etwas wie das Vorbereitungstrainingslager für den Fan, bevor der eigentliche Wettbewerb startet. Den Fußballverein SV Ixheim gibt es seit Samstag ebenfalls in einem Sammelheft mit Aufklebern. 283 Fotos umfasst das mehrseitige farbige Magazin von Stickerfive, das ebenso wie die Aufkleber-Päckchen nur im Netto-Markt in der Quebecstraße in Zweibrücken verkauft wird. Von der Ersten über das Frauenteam, die Alten Herren bis zur G-Jugend (insgesamt elf Mannschaften) – von allen sind die Spieler und Funktionäre abgebildet, sobald man den entsprechenden Sticker eingeklebt hat.

„Etwas ganz Besonderes“

Im SVI-Sportheim brach am vergangenen Wochenende zum Verkaufsstart das große Sammelbegehren aus. „Oh, wie cool ist das denn, gleich beim ersten Bild!“, ruft Mio Sander ganz euphorisch und hält seinem Papa Nino ein Abziehbild entgegen, auf dem der Zehnjährige selbst drauf ist. „Das ist etwas ganz Besonderes, schließlich hab’ ich selbst früher solche Bilder gesammelt und jetzt ist mein Sohn drauf, das macht stolz“, erklärt der ehemalige SVI-Spieler. Für ihn ist dies zudem ein gutes Zeichen dafür, dass der Verein offen für was Neues ist, die Jugend mit einbindet und mit solchen Aktionen auch die Verbundenheit bei allen stärkt.

Nebenan haben die Brüder Finn (9) und Lenny (6) Moser zusammen mit Papa Marc den halben Tisch belagert. „Ich sortiere nach Mannschaften, und die Jungs kleben ein“, klärt Marc Moser über ihre Taktik auf. Er wird dabei stark an seine Jugendzeit erinnert, „nur dass ich damals Rudi Völler und Lothar Matthäus vor mir hatte und nicht die vielen privat bekannten Gesichter, das ist schon witzig.“

Geld fürs Zeugnis

Über die Tische hinweg wird immer mal wieder einer anderen Freunde-Gruppe zugerufen, wenn einer den anderen ausgepackt oder sogar schon doppelt hat. Ruhiger lässt es dahingegen Lea Strobel angehen. Sie ist voll konzentriert und achtet peinlich genau darauf, dass die Aufkleber genau in den vorgegebenen Bilderrahmen reinkommen. Ihr Papa wird davon sichtlich nervös, auch weil sie sich selbst noch nicht gezogen hat. „Geh dir doch noch ein paar Päckchen kaufen“, ruft er ihr ganz hippelig zu. Die Neunjährige, die in der E3 an der Römerstraße kickt, lässt sich davon aber nur zögerlich locken. Auch wenn sie einiges an Geld mit ins Sportheim gebracht hat, wie sie verrät: „Das ist alles Geld, was ich für mein Zeugnis bekommen habe.“ Dann erwirbt sie doch noch fünf weitere Päckchen, in denen jeweils fünf Sticker sind.

Sven Strobel ist zwar kein aktiver Fußballer und war früher selbst als Basketballer aktiv, doch Berührungspunkte mit den Panini-Heften hatte auch er in seiner Jugendzeit: „Auf dem Schulhof wurde hin und her getauscht, immer ein Bild für das andere, außer du hattest ein Sonderbild wie ein glitzerndes Vereinswappen oder das Maskottchen oder solche zweigeteilte Bilder, die gab es nur gegen zwei ,normale’ Spieler, die dir fehlten.“ Er findet es, „megagut, dass so etwas heute auch für Amateurvereine möglich ist.“ Für die Erwachsenen sei es eine Gaudi, für die Jüngeren einfach etwas, was sie stolz mache. „Das hätte ich mir für mich zu meiner Basketballzeit auch ganz gerne gewünscht“, gibt Sven Strobel unumwunden zu.

„Aaale“ ist auch dabei

Kaum hat er es ausgesprochen, zückt schon seine Tochter das Maskottchen „Aaale“, eine bunte Fantasie-Skulptur, die der SVI mal bei einem Turnier gewonnen hat, wie Vorsitzender Sascha Grimm aufklärt. Zu „Aaale“ gesellt sich gleich danach die Abkürzung „XM“ für Ixheim. „Mit den beiden seltenen Karten liegen wir weit vorne, Lea. Dafür bekommen wir bestimmt einiges zum Tauschen geboten“, freut sich Vater Strobel, als wäre er das Kind.

Einen Teil des Verkaufserlöses wird Netto an den SV Iheim spenden und somit die Vereinskasse aufbessern.

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