Abseits RHEINPFALZ Plus Artikel VBZ-Zweite schaut bei der Ersten falsch ab

Auf dem Spielfeld beiderseits sehr motiviert, gaben sich die Mannschaften des SV 64 Zweibrücken (in grauen Trikots) und des TuS
Auf dem Spielfeld beiderseits sehr motiviert, gaben sich die Mannschaften des SV 64 Zweibrücken (in grauen Trikots) und des TuS Nettelstedt (in Rot) nach dem Spiel wieder schiedlich-friedlich die Hand.

Mit 1:0 führte die zweite Mannschaft der VB Zweibrücken am Sonntag. Fynn Fritzsche, eigentlich im Landesliga-Team aktiv, hatte den Bock umgestoßen und im dritten Spiel endlich den ersten Treffer des A-Klassen-Klubs geschossen. Die VBZ-Zweite ist aber immer noch Schlusslicht, denn die Partie gegen den SV Großsteinhausen endete 1:4. Sieg- und punktlos, nun allerdings wenigstens nicht mehr torlos stehen sie am Tabellenende. Das hatte sich die zweite VB-Garde am Freitag beim ersten Saisonerfolg der ersten Mannschaft ein bisschen falsch abgeschaut: Denn beim 4:1 im Landesliga-Duell gegen den FC Fehrbach lagen die VB-Kicker nach 19 Spielminuten auch mit 0:1 zurück, drehten danach mächtig auf.

Der Lerneffekt blieb bei der Zweiten aber aus. Und das, obwohl der John Müller, Spielertrainer der Zweiten, beim Landesliga-Team mitgewirkt hatte. Das wird Müller, der nun doch regelmäßig bei der Ersten mitspielt, seinen Jungs noch mal vermitteln müssen, genauso wie seine Aussage: „Ich werde nicht regelmäßig in der Ersten spielen.“

Spaß, dann Frust, am Ende friedlich

Eine Minute vor der Pause des DHB-Pokalspiels zwischen dem SV 64 Zweibrücken und Bundesligist TuS Nettelstedt-Lübbecke streifte SV-Spieler Niklas Bayer wieder sein Aufwärmtrikot über und setzte sich mächtig genervt an die Seite von DJ Marcel de Gruisbourne und dessen Pult neben dem Spielfeld. „Das hat gerade so Spaß gemacht. Ich bin richtig deprimiert“, meckerte der 23-Jährige arg gefrustet. Warum das? Kurz zuvor hatte der halbrechte Rückraumspieler vom guten Schiedsrichter-Gespann Leonard Bona/Malte Frank die Rote Karte gezeigt bekommen. Bei einer Abwehraktion gegen Lutz Heiny, die Nummer 5 der Nettelstedter, war Bayer etwas ungestüm nach vorne gestürzt und hatte Heiny mit der Hand im Gesicht getroffen. Soweit unstrittig.

Fürs Bayers Begriffe war Heiny aber ein wenig theatralisch mit einem lauten Schrei zu Boden gegangen. Das monierte im weiteren Spielverlauf auch noch mal Bayers Teamkollege Tom Grieser nach einem Duell mit Heiny und diskutierte das noch kurz und heftig mit dem TuS-Spieler. Der kam nach der Pause aber zu Bayer und reichte ihm mit den Worten „Was ist los?“ die Hand. Bayer nahm den Handschlag an, rief aber auch lapidar zurück: „Ich würde jetzt schon noch gerne weiterspielen.“ Am Ende, beim großen Shakehands aller Spieler, war aber alles wieder gut.

„Safety first“ nur für die Profis?

In der Vorwoche rappelte es noch ordentlich, Tor um Tor fiel am vergangenen Spieltag in den unteren Amateurklassen. Erinnert sei an etliche Hattrick-Torschützen und den sechsfachen Goalgetter Tobias Früauf, der diesmal beim 3:1-Sieg seines TV Althornbach gegen die TSC Zweibrücken II zweimal traf. Insgesamt ging es an diesem Wochenende aber ruhiger zu, es fielen deutlich weniger Treffer.

Das passt zum Saisonmotto von Erik Durm aus Rieschweiler-Mühlbach. Der hatte sich vor dieser Spielzeit mit seinem Bundesliga-Team von Eintracht Frankfurt auch das Motto „Safety first“ auf die Fahne geschrieben. „Ihr werdet keinen anderen Erik Durm sehen. Ich werde kein Filip Kostic sein, der nächste Saison 15 Assists gibt oder zehn Tore macht“, sagte der Familienvater in einem Interview mit einem Fußballfachmagazin vor der Saison. Bei Durm hätte es am Samstag fast geklappt mit dem „Safety first“-Motto: Nur vier Minuten fehlten dem Bundesliga-Profi der Eintracht, um beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld doch die Null zu halten. Nach fünf Gegentreffern der Eintracht am ersten Spieltag ohne Durm und den folgenden 180 Minuten mit dem Fußball-Weltmeister aus dem Jahr 2014, scheint Durms Mantra dem Team von Trainer Oliver Glasner zu helfen.

Während es Durm zu wünschen bleibt, dass er weiter keine Gegentreffer mit seinem Team schlucken muss, ist der Aha-Effekt beim Finden von Toren in den unteren Klassen aber was Schönes. „Safety first“ scheint dann doch eher etwas für die Profis zu sein.

Gewagtes Rechenspiel

Fast 600 Kilometer fuhr die Zweibrückerin Isabelle Schütt vom 1. FC Saarbrücken-TT am Wochenende zu den deutschen Tischtennis-Meisterschaften in Bremen, samt Rückweg also 1200 Kilometer. Insgesamt bestritt sie aber nur zwei Partien, stand kaum länger als eine halbe Stunde an der Platte. In einer Einzel- und einer Doppelpartie gewann die 18-Jährige 35 Punkte. 34 Kilometer Fahrt pro Punkt, passen da Fahraufwand und Ertrag zusammen?

Das muss man schon wollen, liegt aber auch am für Amateursportler ausbaufähigen System bei den nationalen Tischtennis-Meisterschaften, bei dem man gleich zum Auftakt gegen die Vollprofis spielt. Da ist das frühe Ausscheiden fast schon mit der Qualifikation einkalkuliert.

Dass Aufwand und Ertrag diese Woche für Sie immer passen, wünschen Benjamin Haag & Matthias Müller

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