Fußball
SV Ixheim ehrt ehemaligen Vereinschef auf besondere Weise
Der SV Ixheim hat einen früher anders genutzten Raum im Sportheim renoviert, in ein schickes Büro umgewandelt – und es ganz offiziell „Werner-Schrepfer-Geschäftszimmer“ getauft, um zu zeigen, wie gegenwärtig dessen Verdienste auch in der aktuellen Generation des Vereins an der Römerstraße immer noch sind.
Schrepfers Werdegang beim SVI begann in der Kindheit; als Jugendspieler, Aktiven-Spieler und bei den Alten Herren hat er gekickt. Und nach der aktiven Karriere war noch lange nicht Schluss mit der schwarz-gelben Verbundenheit. Sein administratives Handeln, das Leiten des Vereins mit Verstand, Herz und Weitsicht sind dem Klub noch stärker in Erinnerung geblieben als seine sportlichen Erfolge. Zum Einweihungstermin des Geschäftszimmers lud der Verein unlängst Karola Schrepfer, die Frau des ein halbes Jahr vor seinem 70. Geburtstag Verstorbenen, die Söhne Manfred und Thomas sowie Enkelin Lisa Marie Schrepfer ein. Karola Schrepfer durfte die umgestaltete Räumlichkeit als Erste aufschließen und betreten. Das löste viele Emotionen bei ihr und ihrer Familie aus.
Ein neuer Raum für viele Sitzungen
Dank Sponsorengeldern und handwerklichem Einsatz der SVI-Mitgliedern Timo Schmidt, Oliver Lang, Mike Stauter und Christian Blum wurde der frühere Nebenraum zur Gaststätte in ein schickes Büro verwandelt – nichts mehr zu sehen von der jahrelangen Tristesse der vier Wände und der kargen Ausstattung. Decke und Wände wurden in zeitlosem Weiß gestrichen, Fenster und Türen erneuert, der Durchgang zum Gastraum verschlossen und ein neuer Boden in Holzoptik verlegt. Auch die technische Ausstattung wurde auf Vordermann gebracht. Neben Schränken, Tisch und Stühlen hat ein Ixheimer Trikot seinen Platz an einer Wand gefunden.
Der Raum soll für Vorstands- und Ausschusssitzungen sowie Spielergespräche genutzt werden. Über allem wacht Werner Schrepfer selbst – in Form eines großen, handgezeichneten Porträts an der Wand.
„Ich kannte Werner, seit ich hier in der Jugend gespielt habe. Er war ein großer Grund dafür, warum ich hier wieder im aktiven Bereich gespielt habe. Er war einfach ein supernetter Mann. Wir als Verein wollten unbedingt dieses Zimmer machen, weil er stets mit uns verbunden sein wird. Wir haben ihm so viel zu verdanken, er hat den Verein extrem geprägt“, sagt der heutige Vorsitzende Sascha Grimm.
Schrepfer: SVI-Mann für alles
Tief muss Grimm gar nicht in seiner Erinnerung kramen, um Anekdoten zu Werner Schrepfer zu finden. „Er war immer auf dem Sportplatz zu finden. Und wenn er mal nicht da war, dann hast du seine Telefonnummer, die 3000, gewählt. Er hatte sofort ein offenes Ohr für dich, auch wenn es die banalsten Dinge waren“, erzählt der 35-Jährige. Und auch bei nicht banalen Dingen half er. Während einer Abschlussfahrt der Aktiven auf Mallorca „hatten wir mal etwas zu viel Quatsch gemacht und wurden aus dem Hotel geworfen“, verrät Sascha Grimm, mit ein paar Jahren Abstand mittlerweile mit einem Schmunzeln. Natürlich ging der erste Hilfe-Anruf an den damaligen Vorsitzenden, der von zu Hause aus „seinen Buben“ ein neues Hotel organisierte.
In über 60 Jahren als Mitglied hatte Werner Schrepfer viele Positionen im Verein, es gab keine Ecke im Umfeld des Sportplatzes, die er nicht kannte. Er war Vorsitzender, Zuhörer, Organisator, Lenker, Denker, Greenkeeper und Barkeeper im Vereinsheim heißt es von Vereinsseite. Derzeit ist der SV Ixheim der einzige Fußballclub in Zweibrücken, der in jeder Altersklasse eine Jugendmannschaft vorweisen kann, teilweise sind Jahrgänge doppelt oder gar dreifach besetzt. „Es war eines seiner Grundprinzipien, immer an der Jugendarbeit festzuhalten und sich nicht nur auf die Aktiven zu beschränken und viele externe Spieler einzukaufen“, erläutert Grimm.
Ehefrau Karola: Der Verein war sein Leben
Der Kunstrasenplatz, der gerade aufwendig saniert wird und bald fertig ist, stehe genauso in Verbindung mit dem verstorbenen Ehrenmitglied. „Er war federführend in der Sache und hat dem Verein damit die Zukunft gesichert. Die Familie Schrepfer, ob Werner, Karola oder welches Mitglied auch immer, wird immer mit dem SV Ixheim verbunden sein“, sagt der aktuelle SVI-Chef.
Mit Stolz und feuchten Augen bedankte sich Karola Schrepfer für das neu geschaffene Andenken. „Der SVI war bei ihm immer an erster Stelle. Das hat er zwar abgestritten, aber ich kannte meinen Mann. Der Verein war sein Leben“, erinnert sie sich. Und bei einem so engagierten Mann war die Frau natürlich gleich miteingebunden, wie sie unterstrich: Sie war für die Reinigung der Trikots verantwortlich. „Vor dem Kunstrasen hatten wir damals noch rote Erde als Platzuntergrund. Die Trikots haben nach den Spielen dementsprechend ausgesehen. Ich musste sie jedes Mal in der Badewanne vorwaschen, sonst wäre mir die Waschmaschine kaputtgegangen. Ich bekam sie abends, und am nächsten Tag waren sie wieder abholbereit“, erzählt sie.
Sonntag gegen Petersberg II im Westpfalzstadion
Nach der Sanierung des Kunstrasens jetzt soll erstmals am 29. Oktober mit dem Derby gegen den TSC Zweibrücken II wieder ein Spiel auf dem Platz an der Römerstraße steigen. „Wir sind gut in der Zeit, wenn das Wetter weiter mitspielt“, sagt SVI-Chef Grimm. Diese Woche wurde der Rasen verlegt, am Donnerstag und Freitag Linien geklebt, nächste Woche kommt das Granulat drauf.
Für das B-Klassen-Spiel am Sonntag, 15 Uhr, gegen den Zwölften SG Petersberg/Fehrbach II muss Tabellenführer Ixheim (acht Spiele, acht Siege) noch mal ins Westpfalzstadion ausweichen. Durch das lange Asyl dort und viele verlegte Spiele hat das SVI-Team von Trainer Kevin Leiner in der Rückrunde dann ein paar Heimspiele mehr als üblich. Der Höhfröschener kennt die Jungs von Petersberg, hat noch in der Vorsaison dort in der ersten Mannschaft gekickt. „Je nachdem, mit wem sie spielen, kann das schwierig werden für meine junge Mannschaft“, weiß Leiner. „Wir sind noch nicht so gefestigt“, findet er.