Fußball
Spiel der Woche: Zur Not hilft auch ein dreckiger Sieg
Für SVI-Spielertrainer Yannik Utzinger geht am Sonntag eine spezielle Spielzeit zu Ende. Als spielender Co-Trainer kehrte er im vergangenen Sommer zu seinem Jugendverein zurück. Neben Haupttrainer Sven Heilmann sollte der Mittelfeldspieler mithelfen, die recht junge SVI-Mannschaft, die gerade aus der C-Klasse aufgestiegen ist, in der B-Klasse zu etablieren. Seine persönlichen Dienste als Fußballer auf dem Platz, musste er schon nach wenigen Spieltagen ad acta legen – Schambeinentzündung.
In der Winterpause rückte der 26-Jährige dann auch noch unverhofft auf die Cheftrainerposition, nachdem Heilmann sich verabschiedet hatte. Der Sprung ins kalte Wasser war nicht geplant, aber er habe es hinbekommen.
Keine Getränkeangebote aus Althornbach
„Klar, alles klappt nicht, aber vieles von meiner Spielphilosophie hat sich eingestellt.“ Darum kommt für ihn, auch rückblickend vor dem letzten Spieltag, eine insgesamt gute Runde heraus. Einige Male hätten sie die Mannschaften vor sich geärgert.
Getränkeangebote von Althornbacher Seite, dass der SVI am mit angezogener Handbremse spielt und den Gästen damit die Meisterschaft garantiert, gab es laut Utzinger im Vorfeld nicht. „Die haben mit Tobias Früauf, Janik Greinert und Marius Müller drei Spieler, die zusammen knapp hundert Tore geschossen haben, da brauchen wir ohnehin einen guten Tag. Wir werden wie gehabt aus unserer kompakten Defensive versuchen, uns durchs Passspiel Sicherheit zu holen und unsere Torchancen kreieren.“
TVA seit Mitte Oktober unbesiegt
Seit Mitte Oktober hat die Mannschaft von Spielertrainer Janik Greinert kein Pflichtspiel in der B-Klasse mehr verloren. Diese Siegesserie hat den TV Althornbach in die Meisterspur gebracht. Beim SVI soll die Ziellinie ganz überfahren werden.
„Die Qualität der Spieler, um aufzusteigen ist klar vorhanden“, betont Greinert. „Das wusste ich trotz der Ausrutscher in der Hinrunde. Wir mussten nur die Ruhe bewahren, weiter arbeiten, eine Saison ist lange.“
Die direkte Konkurrenz mit dem SV Großsteinhausen tut sich momentan schwer und ist auf Rang zwei abgerutscht. „Wir gehen die Partie genauso an, wie alle anderen und schauen nur auf uns. Denn wenn wir gewinnen, ist alles rechnen und auf andere Plätze schauen egal“, bekennt Greinert. Was anderes, „als das eigene Ding durchzuziehen“, könne sich seine Mannschaft nicht erlauben. Schließlich haben die Ixheimer vor drei Wochen dem SVG selbst die erste Saisonniederlage (4:1) zugeführt.
„Wir werden am Sonntag nach dem Schlusspfiff eine höhere Anzahl an Toren auf dem Ergebniszettel stehen haben als Ixheim. Zur Not nehme ich auch einen dreckigen Sieg mit und dann wird gefeiert“, verdeutlicht der Polizist. Für ihn wäre es das i-Tüpfelchen, direkt bei der ersten Trainerstation die Meisterschaft einzufahren. „Es würde mich für den ganzen Verein freuen, für meinen Vater Michael und die Jungs, die schon seit Jahren an dem Aufstieg schnuppern und immer nur knapp gescheitert sind.“