THALEISCHWEILER-FRÖSCHEN RHEINPFALZ Plus Artikel Sogar ein Weltmeister trägt ihn

Hat den weltweit einzigen Dartschuh mit dem signifikanten Namen „Triple 20“ entwickelt und produziert: Jürgen Bloch aus Thaleisc
Hat den weltweit einzigen Dartschuh mit dem signifikanten Namen »Triple 20« entwickelt und produziert: Jürgen Bloch aus Thaleischweiler-Fröschen.

Darts: Fast jede Sportart hat ihren Spezialschuh – nun auch der Dartsport. Jürgen Bloch aus Thaleischweiler-Fröschen hat den ersten Schuh für die Anforderungen des Trendsports entwickelt. Der stößt auf reißenden Absatz. Was ist das Besondere an „Triple20“?

Seit einer Woche wird im berühmten Londoner „Ally Pally“, wie der „Alexandra Palace“ genannt wird, um die Darts-Weltmeisterschaft gespielt. Einige der Top-20-Werfer tragen dabei Schuhwerk, das in Thaleischweiler-Fröschen entwickelt wurde. „Triple20“ heißt der weltweit einzige Darts-Spezialschuh, entwickelt vom Thaleischweilerer Jürgen Bloch. Erst seit August ist der Schuh erhältlich und ist seither quasi durchgestartet. Gemeinsam mit dem Mitinhaber und -entwickler Wolfgang Marx aus dem nordrhein-westfälischen Schwerte haben die Unternehmer auf der weltweit größten Sportmesse, der ISPO in München, Ende November ihr Schuhwerk vorgestellt.

„Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, dass in zwei Jahren einige Weltmeisterschaftsteilnehmer unsere Schuhe tragen. Dass es schon jetzt der Fall ist, ist ein Traum“, freut sich Bloch. Bereits am Freitag warf der für Österreich startende Rowby-John Rodriguez um die WM-Krone mit dem Schuhwerk von „Triple20“. Das mediale Großereignis wird live in Sport1 übertragen. Auch der für Österreich startende Serbe Mensur Suljovic und der mehrfache Weltmeister Raymond van Barnefeld aus den Niederlanden tragen Blochs „Triple20“.

Kugelschreiber-Sohlenstriche

Die Entwicklung von den ersten Zeichnungen bis zur Fertigung hat zwei Jahre in Anspruch genommen. Auf die Idee, einen Dartschuh zu produzieren, kam Bloch, der jahrelang Berufserfahrung in der Schuhbranche gesammelt hat, beim Dartsspielen. „Meine Mannschaftskameraden, die mit mir für das Dartteam Holzmühle Ligawettkämpfe bestreiten, haben sich oft mit Kugelschreiber Striche auf die Schuhe gemacht, um den immer gleichen Stand zu gewährleisten. Das ist bei einer runden Sohle schwierig“, erzählt der 49-Jährige.

So reifte die Idee, einen den Bedürfnissen des Dartsports genügenden Schuh zu entwickeln. Heute sind bereits rund 2500 Paar Schuhe im türkischen Manisa produziert und über verschiedene Onlinehändler wie „Mac Dart“ und „Dartsturm“ erhältlich. Es gibt ihn in Schwarz oder Weiß, in Leder oder Textil. In einem Onlineshop wird er als „Gamechanger“ angepriesen.

Die Features des Spezialschuhs: Eine ganz flache Sohle, breit gestaltet, um einen möglichst stabilen Stand zu gewährleisten, und eine im Zehenbereich eckige Sohle, damit man am „Oche“ (Abwurfbalken) stabil steht. Im Innenbereich des Schuhs ist eine spezielle herausnehmbare Visco-Latex-Sohle integriert, die sich der Fußform des Spielers anpasst. „Die Spieler können sich aufs Werfen konzentrieren und brauchen sich über den stabilen Stand keine Gedanken mehr machen – also ein Problem weniger“, bringt Bloch die Vorzüge des „Triple20“ auf einen Nenner.

African Warrior als Türöffner

Dass der Schuh derart durchstartet, freut die Entwickler. Den Kontakt zur Weltspitze herzustellen, sei gar nicht so einfach gewesen, berichtet er. Ähnlich wie Fußballer, werden die Dartspezialisten professionell gemanagt. „Du kommst so einfach gar nicht an die Sportler dran“, berichtet Bloch. Der Südafrikaner Devon Petersen, bekannt als „African Warrior“ und ebenfalls Träger des „Triple20“, hat, weil er mit der Weltspitze gut vernetzt ist, viele der weltweit besten Dartspieler von den Vorteilen des Schuhs überzeugt.

Bloch selbst ist zwar nicht im Ally Pally dabei, sein Mitstreiter Wolfgang Marx ist jedoch vor Ort und beobachtet das Geschehen auf der großen Dartsbühne. Bloch: „Wir sind auf die Rückmeldungen gespannt.“ Damit sind Bloch und Marx den ganz großen Sportartikelherstellern wie Adidas, Puma und Nike einige „Würfe“ voraus. „Und das hoffentlich noch sehr lange“, merkt Bloch augenzwinkernd an.

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